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Dienstag, 10. November 2015

Auswandern Teil 3 – Das Leben auf der Insel braucht eine Vision!



Die haben ja alle 365 Tage Urlaub im Jahr…… wettert einer auf dem Rücksitz. Wir fahren gerade langsam, im Schritttempo  bei der Punta Poppy in Las Terrenas, dem beliebtesten Samana Ferienort ein. Ich habe den Mitfahrern erklärt, dass dies der beliebte Treffpunkt für Auswanderer und Aussteiger aus aller Welt im karibischen Paradies auf Samana ist.

Die haben ja alle 365 Tage Urlaub im Jahr…… - der Spruch macht mich sauer! Wie kommt der Mann da drauf! Es ist genau das, was viele Leute glauben, wenn es um uns Aussteiger oder Residenten geht. Wir leben hier unter Palmen und dieser arme Kerl hat hier seinen Karibikurlaub gebucht und nun ist er scheinbar neidisch und macht seinem Frust Luft! Das glauben übrigens sehr viele, das wir hier bloß die Zeit totschlagen und es uns hier gut gehen lassen! Ist das so?
Wer es sich leisten kann, der kommt dem schon ziemlich nahe. Da gibt es diese Rentner –Auswanderer – „die Golden Boys und Girls“, das ist eine relativ große Gruppe der Residenten hier. Die tun hier das was sie in der alten Heimat sicher auch tun… sie müssen nicht mehr arbeiten! Das steht ihnen schließlich zu und sie tun es eben hier… unter Palmen!

Andere sind von Beruf Sohn oder Tochter, Ehegatte eines reichen Partners oder haben einfach genug Geld und auch die Leute lassen es sich gut gehen. Warum nicht!

Wieder andere müssen auch hier arbeiten und sie tun das auch. Der eine arbeitet online von zuhause aus, der andere setzt eine Geschäftsidee mehr oder weniger Erfolgreich um oder tut was er schon immer machen wollte… oft etwas relaxter als die Daheimgebliebenen und wieder andere schlagen sich durch. Entscheidend ist oft der karibische Rhythmus, dem man hier eigentlich nicht entkommt.
Warum ist man hier? Eigentlich genau wegen diesem Rhythmus; bei dem man scheinbar mit muss. Wer jetzt das Gegenteil behauptet, macht etwas falsch! Das ist zumindest meine Meinung. Trübsal blasen kann kann überall… man muss es aber nicht! Das liegt an jedem selber!

Wer nun glaubt, das das Leben hier ein reines Zuckerschlecken ist, der liegt voll daneben. Es gibt auch hier solche Zeitgenossen, die glauben, weil sie es sich leisten können, bräuchten sie außer Cuba Liebre vernichten und den Herrgott einen guten Mann sein zu lassen nichts weiter tun. Die gibt es überall. Ob sie allerdings glücklich sind, steht auf einem anderen Blatt. Sich systematisch mit diesem Zeitvertreib die Birne wegzusaufen ist das eine. Diese Leute trifft man überall und meistens in Rudeln. In jedem Ort hier gibt es einen oder mehrere berüchtigte Treffs, wo man sie garantiert findet. Das sind oft sehr arme Menschen…. Denn es fehlt ihnen das Entscheidende. Sie haben keine Vision! Warum das so ist, wissen die wenigsten von ihnen. Das es so ist, ist nicht zu übersehen! Aber sie sind sehr beschäftigt; oft von morgens bis zum bitteren Ende. Es sind Männer und Frauen und sie finden sich immer! Aber Themenwechsel, denn um diesen Archetyp geht es hier nicht!

Es geht um Visionen! Wie lebt man glücklich unter Palmen? Wie viel Glücklich sein zum Glück reicht ist sehr individuell.  Auf jeden Fall hat es nichts mit den drei großen B zu tun! Brugal, Barcello und Bermudez! Das sind die bekannten Rum - Destillieren des Landes! Fazit ist – man muss hier was tun um nicht unter die Räder zu kommen. Man braucht eine Aufgabe, ein Hobby, eine Leidenschaft oder eben eine Vision! Was das sein kann, das sollte sich jeder rechtzeitig selber fragen. Und wenn man das erkannt hat geht es um die Umsetzung.

Ob das etwas ist, was man für sich alleine tut wie ein tolles Hobby oder gemeinsam mit Gleichgesinnten, spielt keine Rolle! Es sollte einem aber auf Trab halten und das am besten so oft als möglich. Wenn es noch eine Betätigung ist, von der auch Andere was haben – umso besser! Wenn man keinem damit auf den Nerv geht & wenn es etwas ist, was Andere nicht anrüchig finden, dann ist man auf der sicheren Seite. Hierüber sollte jeder nachdenken, der hier glücklich sein möchte.

Respekt, Verständnis gepaart mit Lebensfreude sind wichtige Voraussetzungen um mit den Menschen hier klar zu kommen. 

Montag, 9. November 2015

Auswandern ist eine drastische Veränderung des Lebensweges

Teil 2

„Begeisterung im Positiven ist etwas Phantastisches; das Sahnehäubchen für ein zufriedenes Leben!“



Auswandern bedeutet seine Heimat und sein bisheriges Leben hinter sich zu lassen und in der Fremde neu zu beginnen. Wer das aus freien Stücken vorhat, hat sicher einen guten Grund dazu! Oftmals ist es eine persönliche und zwischenmenschliche Beziehung, die einem in die Fremde lockt. Die Abenteuerlust ist eher ein seltenerer Grund. Ein spannendes, berufliches Angebot im Ausland ist oft der Grund. Weil man schlicht den verdienten Lebensabend in einem anderen Teil der der Welt verbringen will, ist bei wohlhabenden Menschen sehr beliebt. Relativ aktuell kommt nun vermehrt hinzu,  wenn es einem aus politischen, gesellschaftlichen oder sozialen Gründen in der Heimat nicht mehr gefällt. Es gibt verschiedenste Gründe.

Wenn der Grund zum Auswandern einen positiven Hintergrund hat, ist das auf jeden Fall von großem Vorteil! Wer jedoch seine Heimat verlässt, weil er/sie von dieser enttäuscht ist, der sollte sich ehrlich fragen, ob das wirklich eine gute Idee ist!

Fakt ist - man verlässt seinen gewohnten Lebensraum mit allem drum und dran. Man tauscht diesen womöglich mit einer völlig unterschiedlichen Kultur, einer fremden Sprache und einem anderen Klima. Ganz schön viel Veränderung auf einmal! Wenn man das alleine macht mag es angehen wenn man das Abenteuer mit einem Lebenspartner oder anderen angeht, ist das eine echte Herausforderung im Positiven und genau auch um Gegenteil. Kennt man sich gut genug? In der Fremde lernt man sich gezwungenermaßen besser kennen. Darüber sollte man sich im Klaren sein. Noch schwerer wird es, wenn man das mit einer Gruppe sogenannter Gleichgesinnter angeht. Mit großer Sicherheit trennt sich im Lauf der Zeit die Spreu vom Weizen. Darüber muss man sich bewusst sein. Jeder kennt heute Dschungelcamp! Der Vergleich ist nicht so weit hergeholt.

Wer glaubt, seine neue Heimat bereits zu kennen, sollte sich nichts vormachen! Selbst wer bereits jahrelang seinen Urlaub im Wunschland verbracht hat, kennt vor allem den Urlaubsort, die dort gewonnenen Eindrücke, Umstände und die Freunde verschiedenster Coleur. Das hat aber oftmals wenig mit dem realen, eigenen Leben zu tun, welches man dort meistern möchte.  Es ist absolutes Neuland.

Ich sage jetzt etwas Provokatives; „Neuzugänge“ sind oft anstrengend! Das hat verschiedene Gründe. Ein neues Umfeld verlangt viel von den Menschen, je nach dem wie und wo man es angeht!  Ist man es von sich aus gewohnt selbstständig zu handeln oder verlässt man sich eher und lieber auf Andere? Bietet das neue Umfeld gewisse Dienstleistungen, ob das öffentliche Einrichtungen,  Ämter, Dienstleister oder schlicht ärztliche Versorgung ist. Hier in der Dominikanischen Republik ist es diesbezüglich sehr wichtig, wo man sich niederlässt. In vielen Gegenden oder Orten findet man nur ein rudimentäres Angebot. Es ist mit Sicherheit nicht mit dem zu vergleichen, wo man herkommt.
Danach kommt die persönliche Komponente. Es ist logisch, das man im Neuland persönlichen Anschluss sucht und es ist auch logisch das man sich dabei in erster Linie an bereits vor Ort lebende Landsleute oder zumindest gleichsprachige Leute wendet. Und es ist eigentlich auch völlig normal, dass man sich gegenseitig hilft, soweit einem das möglich ist. Wieweit geht diese Hilfe? Man kennt sich oft nicht, weiß wenig voneinander und erst mit der Zeit lernt man sich besser kennen und hoffentlich auch zu schätzen. Hier kommen die Umstände ins Spiel, die sehr schnell entscheidend sind. Passt das für alle Beteiligten? Oftmals leider nicht, denn die Spieße sind selten gleichlang. Hier beginnen manchmal wunderbare Freundschaften aber nicht selten passieren hier auch die seltsamsten Dinge!

Es gibt hier keine Willkommenskultur!
Was ich damit sagen will ist, dass man schnell an seine Grenzen kommt. Es gibt keine professionellen oder persönliche Guides für das Einleben der „Neuzugänge“. Eventuell wäre das ein spannendes Beschäftigungsfeld, aber dann müsste man klare Absprachen treffen, was diese Dienstleistungen beinhalten. Aber es gibt dafür Heerscharen von speziellen Anwälten, Immobilienhändlern und Vermittlern, Vertreter aller Art und „sozial“ tätig sind vor allem die Vertreter der verschiedenen, christlichen Glaubensrichtungen. Ausländer werden hier mit einer Armada lokaler, politischer Anwärter und Amtsinhaber aller Couleur konfrontiert, mit denen man eigentlich nichts zu tun hat. Aber man begegnet der Politik auf Schritt und Tritt, denn Politik ist hier allgegenwärtig und obwohl man als Ausländer praktisch außen vor bleibt, gehört sie zum Alltag. Für die meisten Ausländer ist sie eh nicht richtig nachvollziehbar ob wohl sie das Leben aller beeinflusst.


Je nachdem, wie man sich persönlich und finanziell einbringt, worauf man selber Wert legt und was man von seinem neuen Leben „unter Palmen“ erwartet, braucht man entsprechend Zeit um behaupten zu können, persönlich gelandet zu sein!


Montag, 3. August 2015

Da kommt Freude auf! - Kolumne

Da sind ja nun schon gut 20 Jahre ins Land gezogen – wieviele genau es sind, weiß ich nicht mehr! Ich war damals ein gastronomischer junger Wilder!  So nannte man uns damals in Fachkreisen und ich war entsprechend engagiert. Es war eine tolle Zeit und jeder damalige Tag als Hotelier, Gastgeber, Barbetreiber und junger Wilder war irgendwie abenteuerlich. Natürlich ist das maßlos übertrieben aber im Nachhinein kommt es einem so vor. Man wollte Neues wagen, man war ständig auf der Suche, man war sehr engagiert. Das geht natürlich  an die Substanz und das kann ich bezeugen. Man war mehr als 100 % im Einsatz und stand ständig unter Strom.

Urlaub, Ferien, Ausspannen und dergleichen wurde irgendwie immer mit dem Einsatz oder der Suche nach neuen gastronomischen  Ideen kombiniert. Es tat nicht weh denn es war unser Leben oder zumindest meines … wir konnten gar nicht anders. Irgendwie und eben wann kam damals der Jüre ins Spiel! Der Jüre aus Thun, damals ein begeisterter Hobbykapitän auf dem Thunersee und oder aber mit dem Patent  zum Hochseesegeln in der Tasche.

Hochseesegeln; wie sich das anhört! Es ist aber genau das, was der Begriff meint – man segelt mit einem Boot über das Meer. Alleine das tönt ja sicher vielversprechend. Wenn dann einer aber noch die Idee hat – lasst uns doch einfach quer durch die Karibik segeln…. Dann ist das eigentlich das Sahnehäubchen obendrauf. Vor allem für so einen angefressenen, jungen Wilden wie mich; auf der steten Suche nach dem neuen gastronomischen Kick.

Das muss man sich auf der Zunge zergehen lassen…. Mit einer Yacht von Insel zu Insel hüpfen… in der Karibik mit allem drum und dran! Reggae, Salsa, Merengue, coole Drinks, Palmen, lauter exotische Inseln und Menschen Tag und Nacht und vor allem… exotische Küche wo man bloß hinsieht und all diese leckeren  Produkte, die man eigentlich nur aus dem Gourmesa oder dem aktuellen  Dritte Welt Laden kennt.  Das ist der Jackpot! Es war der Jackpot… das kann ich euch versichern. Und es war noch viel mehr…. Es war der Grund, warum ich heute hier lebe und es immer noch unglaublich finde. So kann’s gehen.. zumindest mir ging es so!

Der Jüre aus Thun? Ja der ist nach wie vor in Thun und macht dort heute das, was ich damals in Meiringen gemacht habe – er betreibt eine gutgehende und sehr beliebte Bar. Auch er ist mittlerweile älter geworden und das ist sicher nicht schlecht. Auch ich bin heute kein junger Wilder mehr; eher ein alter Wilder. Das lässt sich nicht umgehen denn - einmal wild immer wild… Und als alter Wilder tritt man, wenn’s geht, auch nicht auf der Stelle. Man tut was man kann und ich mache das heute weit bescheidener oder karibischer als auch schon. Aber der Spaß dabei ist immer noch der Gleiche. Warum?... darum!

Ihr habt also etwas über den Bärenkrebs erfahren und der Grund dazu war oder ist, das der liebe Jüre in Thun diese im Berner Oberland sicher exotischen Krabbeltiere in seiner Bar in Thun den Gästen anbieten will. Und was ist da naheliegender, als an der Quelle nachzufragen. Und da sitze ich nun und schreibe, wie man diese hier alltäglichen Schalentiere an den Mann oder auf den Teller bringt. So geht das und dann kommen alle diese witzigen Geschichten wieder hoch…. Ein Schiff voller Berner Oberländer in der Karibik… das muss man sich reintun…was hatten nicht nur wir für einen Spaß. Ich glaube wir waren eine gute Crew….


Und darum nochmal… da kommt Freude auf!

Apropos.... wer es genau wissen will, der besucht die Schlossbergbar in Thun! Dann kann euch der Jüre diese Geschichte aus seiner Sicht erzählen... und macht euch eventuell einen Bärenkrebs!

Donnerstag, 9. April 2015

Wir üben Gelassenheit!

Eigentlich dürfte ich das Folgende nicht schreiben. Denn ich lebe ja für die Meisten im sogenannten Paradies und da sollte es ja vermutet wahrhaft paradiesisch zugehen. Wir Zugezogenen haben hier darum unsere eigenen Strategien entwickelt, um selbst „paradisisch“ über die Runden zu kommen. Wir sind klar ausgedrückt sicher keine Meister in Sachen „karibischer Leichtigkeit des Seins“, weil uns unsere eigenen Mentalität „mit der Muttermilch eingeimpft wurde“. Solange wir von unserem täglichen Tun überzeugt sind, arbeiten hier normalerweise vehement daran und das macht hier jeder Zugezogene auf seine ureigene Art. Ich selber übe mich z.B. vehement in gelebter Gelassenheit. Dieses Rezept habe ich von einem hier verstorbenen Freund, bei dem das selber leider nicht geklappt hat. Dafür hat er seither seine unendliche Ruhe – er ruht auf dem Friedhof in Las Terrenas.  Er ist nicht der einzige, sondern in guter Gesellschaft. Leben und Leben lassen… das gilt auch hier!

Diese Gelassenheit zu üben, fällt mit selber ab und an schwer! Ich kann es drehen wie ich will. Denn die lokale Realität vor Ort holt mich Tag für Tag aufs Neue wieder gnadenlos ein und sie zeigt mir dabei ihr wahres Gesicht. Das ist jedoch nicht immer schön, sondern manchmal schlicht hässlich. Sie tarnt sich zudem oft spöttisch hinter der vermeintlichen, „tropischen Gelassenheit“. Die vielzitierte tropische Gelassenheit ist oft nichts weiter als die Hilflosigkeit der Menschen, die in ihrem hier gelebten System gefangen sind, in dem so gut wie nichts so richtig funktioniert. Das muss man wissen….

Man könnte nun behaupten, es funktioniert genau wegen den Menschen nicht und da ist sicher was dran. Wenn  Nichtfunktionieren jedoch die Regel ist, nutzt das den Willen all der echt bemühten Leute mehr und mehr ab, selber etwas bewirken zu wollen!  So entsteht meiner Meinung nach die hier von den Menschen so vehement gelebte Lethargie. Die Menschen leben nach dem Motto – „Warum soll man sich eigentlich anstrengen, wenn es letztlich ja doch absolut nichts oder nicht viel bringt!“  Somit ist hier die Erwartungshaltung eigentlich fast gleich null, es sei denn, die Menschen werden durch falsche Versprechen zum Handeln genötigt. Oder sie haben die nötigen Mittel welcher Art auch immer, aber wer hat die schon – ich jedenfalls nicht! Lol….

Das passiert zum Beispiel durch stets großartige Versprechungen sogenannter zukünftiger Investoren. Dabei ist es ganz egal ob es dabei um große oder kleine Investitionen geht. Denn auch diese unterliegen dem bestehenden System. Investitionen sind somit oft nur Wunschdenken!  Verkündet werden sie z.B.  gerne bei politischen Veranstaltungen, den Wahlen, nach wilden und spontanen Streiks, bei Nachbarschafts- oder privatem Streit z.B. oft um Landrechtsfragen, Eigentumsverhältnissen, etc. …  

Dann entlädt sich hier der aufgestaute Frust explosionsartig von null auf hundert und es kann dabei durchaus auch zur noch größeren  Auseinandersetzungen kommen. Das passiert hier übrigens öfters als man denkt. Menschen rasten hier innert Minuten aus. Dann kommen weitere Versprechungen oder ein Teil der angekündigten Investitionen, um die angespannte Lage zu entschärfen und dann?

Ist oder war das nun Affekt? Irgendetwas hat das Fass mal wieder Mal zum überlaufen gebracht….Danach herrscht wieder die übliche Lethargie, als sei zuvor nichts gewesen! Der Teppich hebt sich und der Anstoß zum Eklat verschwindet zumindest für den Moment und dort ruht er dann….  Aber ist immer noch da! Es fragt sich; wie lange!  Für viele ist das so entstandene Unverständlich die gelebte Realität.

Beispiel: Seit Wochen macht uns das normale Internet Probleme und seit Tagen ist das Internet wieder praktisch ganz zum erliegen gekommen. Wenn man nun höflich nachfragt, heißt es  bei Claro oder Orange (die grossen Internetanbieter) man habe technische Probleme. Das ist mehr als offensichtlich, beantwortet die Frage aber nicht im Geringsten. Es wird natürlich  nicht erklärt, was das für Probleme sind, wo diese Probleme auftreten, ob es lokale oder flächendeckende Probleme sind. Nicht alle haben diese Leader als Anbieter und nicht alle sind via WIFI online – keiner weiß letztlich Bescheid. Bloß das es eben so ist! Das ist Alltag im „Paradies“!  Bei aller gelebter Gelassenheit nervt das ungemein!


Somit sei das mal wieder gesagt! …..

Donnerstag, 5. März 2015

10 Millionen Touristen pro Jahr im Land - das dominikanische Traumziel für 2022!



Dieser Beitrag ist kontrovers! Er gefällt sicher nicht jedem….

Wir wollen uns die folgende Zahl mal auf der Zunge zergehen lassen! 10.000.000 Touristen jährlich….;  So  lautet das erklärte Jahresziel für den Dominikanischen Tourismus und seine Verantwortlichen bis im Jahr 2022. Davon redet auch der nette Senior Danilo – unser derzeitiger Präsident des Landes. Ist solch eine Gästezahl völlig aus der Luft gegriffen? 

Tjaaaaa liebe Leser und Landesfans …;  Kommen wir mal auf den Teppich! Touristen sind ja bekanntlich zuerst einmal Menschen wie du und ich. Es sind bereits heute Menschen aus aller Welt! In der Dominikanischen Republik selber leben auch viele Menschen; man weiß zwar nicht genau wie viele, aber man geht von rund 8.500.000 Menschen aus!  Fast mehr Dominikaner leben aber sonstwo auf der Welt; sie haben irgendwann das Land verlassen und das nicht ohne Grund.  Denn sehr viele Menschen, die im Land geblieben sind,  sind immer noch sehr arm, dazu relativ ungebildet.  Aber alle diese Menschen träumen von einer besseren Zukunft oder schlicht von einem guten Leben!  Wer tut das nicht! Das ist völlig legitim und normal!

Der Tourismus lässt die Kassen klingeln – es fragt sich bloß….  welche! Da gibt es ja das „globale Monopoly“  und das nennt sich gerne internationaler Tourismus! Es handelt sich dabei um eine globale Industrie und es geht es um sehr viel Geld und man muss ab und zu zurück auf LOS! Wer kennt nicht Monopoly? Es ist bekannt, das Dominikaner am liebsten Domino spielen.  Dominosteine haben nebst dem beliebten Brettspiel noch eine andere Eigenschaft. Wir wissen, was passiert, wenn Dominosteine umfallen!  Gretchenfrage: Was ist besser… Monopoly oder Domino?  Ich behaupte einfach mal weder noch…. Wenn wir die Dominikanische Nordküste als Beispiel ansehen – da sind bekanntlich viele Dominosteine umgefallen…. Oder beim Monopoly hätte man gesagt:  Zurück auf LOS!  Daran knabbert man heute noch.  Neues Spiel – neues Glück.

Sehen wir uns das doch mal eher mathematisch an! Wir wissen leider nicht, wie viel so ein netter Tourist effektiv im Schnitt hier im Land lässt, denn es gibt ja bekanntlich verschieden Arten von Touristen.  Unsere  oberen Macher aus der Tourismus - Branche mit dem Gast rechnen sehr wohl! Gehen wir darum davon aus, das so ein Tourist jemand ist, der irgendwie aus dem Ausland auf diese wunderschöne Insel gelangt ist und er bringt dazu seine wohlverdienten “ Extra  - Wohlfühlgroschen“  mit!  Auf eine Insel zu kommen bedeutet entweder er schwimmt oder er kommt mit dem Boot oder er fliegt einfach und ganz easy. Letzteres ist heute die Regel und das mit dem Boot kommt immer mehr dazu. Schwimmen wollen die Touristen bei uns eigentlich  alle, aber am liebsten an dem  im Reisebüro gebuchten Traumstrand. 

 In der Regel gibt er, der Herr oder die Frau Gast seine Extra  - Wohlfühlgroschen fast nur dort aus, wo er seinen erholungssuchenden Kopf auf ein weiches Kissen bettet. Ob das nun die exklusive „Koje“ eines der immer beliebteren Kreuzfahrtschiffes ist, welches  in einem der speziellen Häfen oder an der Küste  in der Dominikanischen Küste „dümpelt“ .   Oder er bettet sein edles Haupt  doch lieber in einem schicken, inklusiven Hotelbett. 

All das das spielt bei der angestrebten Wunschzahl der dominikanischen Touristiker eher keine große Rolle, denn für die Wunschzahl landen alle im gerne zitierten „Gästezahlentopf“.  Die Hauptsache ist – das der “Rubel“  rollt… und den echten Rubel kann man ja auch wie alles Geld der Welt in Dominikanische Pesos wechseln!  20.000.000 Gäste pro Jahr - das ist eine stolze Summe!

Das mit den Schiffen kommt hier immer mehr auf! Wir sollten das klar sehen – da kommen also tausende Leute mit solch einem Luxusdampfer an einem Tag zum Beispiel zu uns nach Samana. Einen Tag (es sind eigentlich nur 7 Stunden) wird der Kreuzfahrt - Gast dann zum Sightseeing   an Land gelassen und dort darf er dann nebst dem angelaufenen Hafen auch die zeitlich begrenzte und erreichbare direkte Umgebung life erleben. Wie das funktioniert,  erleben wir hier bei  auf Samana – nein, genauer  in Santa Barbara sehr oft …. Es erinnert einem an eine Art buntes und inszeniertes Volksfest  für sehr handverlesene Akteure. Die Kreuzfahrer und die zugelassenen Geschäftsleute aller Art. Am Abend ist der Spuk meistens  wieder vorbei! Bis zum nächsten Dampfer!

Zurück zum „normalen“ Tourismus! Es dreht sich auch  in diesem Metier eigentlich alles um handverlesene Akteure, so oder so – so könnte man die Art von hier praktiziertem Tourismus auch umschreiben. Auf der einen Seite sind all diese lieben und netten Leute aus aller Welt mit ihren Urlaubswünschen und dann sind da noch die Anderen. Wer hier am Touristen - Business mitmischen will, braucht entweder“ Vitamin B“ oder hat sich seinen „Platz an der Sonne“ irgendwie erworben. Sprich – einfach so mitmachen beim größten „Zirkus“ des Landes ist nicht… zumindest wenn es nach den Verantwortlichen geht. „Da könnte ja jeder kommen…“ – nein so einfach ist das nicht! Der Kuchen ist sicher nicht für alle da, auch wenn der Präsident das  glaubt. 

Die sich hier auftuenden Pfründe sind schon heute sehr sauber unter den Akteuren aufgeteilt und das wird sicher nicht anders werden! Wo kämen wir den da hin? Ist der Dominikanische Tourismus etwa korrupt? Ich sage mal; das ist Ansichtssache!  Er hat sicher was mit Menschen zu tun…. Menschen aus verschiedenen Kulturkreisen und alle wollen etwas! Die einen eine gute Zeit und die anderen das sauer dafür ausgegebene Geld. Klingt doch einfach!

„Jeder Topf braucht sein Deckelchen“ und in so einer modernen Bakschisch - Gesellschaft gilt das noch mehr. Eine Hand wäscht die Andere…. Werfen wir mal einen scheuen Blick auf die Gegenseite! Dorthin,  wo die lieben Touristen so herkommen. 

Deren  Wunsch nach erholsamen und spannenden Urlaub in einem anderen, womöglich fremden und exotischen  Land ist heute fast  normal.  Davon träumen die Menschen in vielen Ländern der Welt. Wer kann der darf  und eine Heerschar von Spezialisten kümmert sich in den jeweiligen Heimatländern unserer Gäste  um all diese urlaubsreifen Menschen.   

Man wünscht Ruhe und auch Erlebnis – alles auf einmal und entscheidend ist fast immer der Preis! Ausspannen will man dort, wo die besten Voraussetzungen dazu herrschen. So entstehen weltweit mehr und mehr touristische Ziele  und die nette Dominikanische Republik mischt hier munter mit. Sie braucht sich übrigens nicht zu verstecken und das wissen die entscheidenden Dominikaner. Und darum  bauen und bauen und erschließen sie entweder selber oder via internationale Partner immer mehr ihres Teils der Insel Hispaniola. Im Großen und Ganzen klappt das recht gut und auf der anderen Seite gibt es wie bei Monopoly oder Domino die Gegenspieler wie hier zum Beispiel die Haitianer und mehr und mehr die Kubaner, Mexikaner und all die anderen.  

Es hat sich seit Jahren dank der touristischen Werbewirtschaft bei unseren Gästen manifestiert, das man dazu am besten  in einen „Ferienflieger“ steigt und dorthin fliegt, wo der Geldbeutel keinen Salto Mortale  dreht.  Dazu gibt es die netten und wohlorganisierten Damen und Herren des Reisebüros seiner Wahl!  Wohlorganisiert ist sehr wichtig – denn dort bekommen Herr und Frau Gast  alles aus einer Hand. Das sind die echten Profis im Monopoly!  Man kommt also mit seinem Budget im Kopf und den von der Werbung geprägten Wünschen und schon bald ist man sich einig….toll! die Sache ist gebongt!

Heute kauft man seine Urlaubsreisen fast wie man früher Schleckstengel am Kiosk erworben hat  - soviel hab ich und das gibt’s dafür! Schnäppchen, Lastminute, Wohlfühl - Urlaub, All Inklusive;  es gibt so viele verschiedene Angebote – fast wie Sand am Meer. Was einem bleibt ist die Qual der Wahl!   Das Angebot ist bekanntlich riesig und vor allem ist es sehr bunt. Die ganze Welt steckt im saisonalen Reise - Katalog und alles ist touristisch „very well oranized“ – jetzt muss es einem dann nur noch gefallen haben und da der Mensch ja eine Art Gewohnheitstier ist, könnte es tatsächlich passieren, das die Dominikanischen Tourismusverantwortlichen ihr gestecktes Ziel sogar erreichen. Wer sein Ziel dann auch erreicht, sind all die handverlesenen Akteure im Geschäft um den Gast und alles ist gut. Wirklich alles? 

Nun steckt man sich ein neues Ziel und was dabei vom Tisch gefallen ist….das war für den Rest! Wie war das mit Monopoly? Im Übrigen sind Dominikaner sehr nette Leute und sind eigentlich immer freundlich. Sie winken, wenn Gäste vorbeifahren…. Wenn’s geht, Immer schön in Gruppen mit einem Guide oder Leithammel.  Die Gäste erleben das Land außerhalb der Hotels meist im Gruppenturn – zurück am Abend, das Buffet ist eröffnet und die Gäste werden liebevoll umsorgt.  Eventuell diskutiert man über das da draußen Gesehene und widmet sich dem Hotelangebot. 14 Tage sind schnell vorbei und dann geht es wieder ins eigene Hamsterrad.

 Es gibt viele Stammgäste – Menschen die immer wieder hierher kommen, Menschen die mehr sehen wollen, Bekanntschaften geschlossen haben  oder die einfach den guten Service und dieses Klima,
Sonne, Sand und Meer genießen.  Echter Tourismus ist Vertrauenssache und ein Geben und Nehmen. Hier sollte man ansetzen.  Und es braucht Zeit – darum so eine gewaltige Zahl zu verkünden ist sehr vage…. Wenn man so etwas wie einen Qualitätstourismus will sollte man auf dem Teppich bleiben. Und den beteiligten alle eine Chance geben – vor allem der Jugend – diese fiebert nach einer echten Chance und guten Zukunft.  Tourismus fängt in der Grundschule an…. Lernt allen interessierten  Kindern wie das Business mit dem Gast funktioniert. Von der Pike an…. Und nicht nur den Töchtern und Söhnen derer, die eh schon mitmischen. 

Darüber habe ich schon viel geschrieben – wen es interessiert – steht alles im Netz.
Ursache und Wirkung – mit Sicherheit zeigt all das seine Wirkung und das tut es sogar sehr schnell. Da stehen müssen an einen neu erschlossenen Traumstrand  ruck zuck ein paar tausend neue karibisch - genormte Hotelzimmer mit allem, von dem man glaubt, dazugehören zu müssen und da lümmeln sich dann die 10.000.000 Touristen oder zumindest ein großer Teil davon… und alle finden das „geil“ – boah eh! Cuba Libre bis zum abwinken und überhaupt, was will man mehr! 

Moderner Tourismus – das ist doch echt super….  Und die ganzen armen Leute da draußen? Hast du die auch gesehen? Nee – ich bleib schön hier im Hotel am Pool und am Strand  – passt doch und überhaupt! Die gehen uns nix an… das meinte wohl der Reiseleiter… netter Typ übrigens! Action habe ich genug zuhause… wie heißt das hier nochmal?  Un otro cuba Libre Senior, porvavor!
Hey Alter .... klappt doch!

Montag, 9. Februar 2015

“La Casa de Norma” Las Galeras – der Versuch einer Definition



Mit dem Kochen ist es wie mit allen Dingen, die sich im ständigen Wandel befinden. Kochen ist  dabei sehr menschlich – mitunter ist es mit das Menschlichste, was es gibt. Tiere kochen nicht, aber sie (f)ressen wie wir. Ohne das geht es leider nicht….

Damit sind wir bereits bei  einem sehr aktuellen Problem. Dem Einen schmecken unter anderem die Tiere – der Andere isst  aus persönlichen oder sogar religiösen Überzeugungen nur pflanzliche Produkte! Klar ist - Jedes Lebewesen braucht körperliche Nahrung in irgendeiner Form.  Wir Menschen sind in unserer Entwicklung soweit gekommen, das wir ernsthaft und seriös darüber nachdenken, was und wie wir essen. Das ist gut so, denn nicht alles, was man sich in den Mund steckt,  tut einem auch gut! Unser modernes Essen und genauso das Kochen hat etwas mit dem aktuellen Zeitgeist, unserer Kultur und mit Mode zu tun. Wir wissen heute viel mehr über unsere Nahrung und deren Auswirkung auf das körperliche und geistige Wohlbefinden.
Sagen wir es mal einfach so – wir stehen trotz allem Fortschritt  immer noch relativ am Anfang der bewussten Nahrungsaufnahme. Aber wir lernen und arbeiten daran. Mache machen das bewusst aber wir alle brauchen schlicht was im Magen. 

Warum echte Köche heute  eigentlich mehr  zu Koch – Künstlern  und Lebensmittelspezialisten sind, wird uns durch das Verstehen der Thematik Lebensmittelkunde mehr und mehr bewusst. Es geht mir in meinem Fall  heute längst nicht mehr nur um „den speziellen Geschmack“ oder um die praktizierte Raffinesse beim Kochen. Mir geht es für mich und meine Gäste heute um all  das Wissen über die verwendeten Produkte und deren Wirkung auf unseren Geist und Körper. 

Es ist allgemein bekannt, das sich viele moderne Zeitgenossen  heute krank essen oder fressen! Man entschuldige mir diese Äußerung! Daneben verhungern   in dieser und unserer modernen Welt immer noch Menschen und Tiere. Ist das nicht peinlich? Das sehe ich als Skandal oder bewussten Massenmord. Viele glauben, das man das nicht ändern könne. Ich sehe das anders. Und trotz dem uns heute zur Verfügung  stehendes Wissen über Lebensmittel,  gesunde Produkte und  gutes Essen lassen wir uns von der sogenannten Lebensmittelindustrie entweder mästen oder zum Teil sogar vergiften. Scheinbar sind wir  immer noch bloß dumme Konsumenten oder Tiere geblieben? Manchmal beschleicht mich das Gefühl, das es genau so ist. Nur,  das die Tiere oft intuitiv mehr über gutes Futter wissen, als wir.  Es ist wie jemand, der zwar schreiben und lesen kann, aber trotzdem so gar nicht verstanden hat, was in einem Buch steht.  Ich bin darum als bewusster Koch schon eine ganze Weile aus dem System ausgestiegen.  Wer also etwas von mir gekocht haben will, dem sollte das zumindest im Ansatz klar sein. 

Genau hier sehe ich meine Mission als Koch und Gastgeber. Ich möchte meinen Gästen etwas bieten, was über den flachen Blick in den Kochtopf hinausgeht. Dazu brauche ich das Verständnis der Gäste und darum möchte ich sie beim Prozess der Planung  und des Kochens an sich teilhaben lassen –was  für mich bereits bei der Wahl der Produkte beginnt. Das ist für mich sehr spannend, wenn jemand Interesse daran hat. Wenn nicht, dann tut er das, was alle tun – er isst das für ihn gekochte und sagt mir letztendlich „das war es mir wert“.  Wenn nicht, dann haben wir ein Problem. So einfach ist das!
Und darum nenne ich meinen Wirkungsbereich auch nicht einfach ein zwar etwas abgelegene oder touristische Restaurant „La Casa de Norma“ bei Las Galeras. Es ist weit mehr! Es ist sicher  kein „Gourmettempel“ oder dergleichen, wovon es heute auch hier bereits genug gibt. Es ist andererseits auch kein  Ort, wo man sich was typisches und für seine Verhältnisse vermeintlich billiges Dominikanisches zuführen kann!  Dazu gibt es wie überall auch hier genug lokale Möglichkeiten und entsprechende Etablissements. 

Ich bin nach wie vor oder immer mehr ein Einzelkämpfer für meine eigene  Interpretation von gutem Essen. Bei uns soll jeder Gast  in die Töpfe schauen und er soll genau wissen, was er auf dem Teller hat. Ich bin als Koch schon lange von dem hohen Pferd der „kulinarischen Tempelritter“  abgestiegen. Es hat mir keinen Sinn mehr gemacht, denn ich koche nicht mehr für den Applaus.  Ich will als Administrator in meiner Küche niemanden mehr irgendwie besonders beeindrucken oder zu emotionalen Gefühlsausbrüchen hinreißen. Ich hage mir, wenn man gute Produkte richtig behandelt, kommt eigentlich nichts Schlechtes dabei heraus. Und unsere Produkte sind gut, frisch und aus der Region. Ich arbeite wenn immer möglich mit den Produkten, die es vor Ort gibt. Wenn ich Glück habe, passt letztlich alles gut zusammen. Der gemeinsam eingekaufte Fisch war wirklich außerordentlich gut und die Wahl der Beilagen haben ihren Teil zum Gelingen des Menüs beigetragen. Sogenanntes „Edleres“ gibt es im 70 km entfernten Las Terrenas in den dortigen Fachgeschäften und grossen Supermärkten. Der Weg dorthin ist mir schlicht zu weit. Und es rentiert sich nicht, denn wer zahlt mir den entsprechenden Preis für solche Dinge?  Wer das trotzdem unbedingt will, für den fahre ich dorthin und stelle dann zum Schluss die entsprechende Rechnung.
 Ich kenne die Geschmacksnerven meiner Gäste nicht und letztlich liegt es an deren Bereitschaft,  den ausgetrampelten Pfad des kulinarischen Einerleis bewusst zu verlassen und sich auf ein simples Abenteuer einzulassen. Dann wird es für alle Beteiligten richtig spannend und wir haben zusammen Spaß.  Wer Spaß dann aber über den zu bezahlenden Preis bestimmt, der liegt bei mir falsch. Und das sollte ihm beim Besuch unserer Einrichtung von vorne herein klar sein. Dann passt die Chemie. Alles hat seinen Preis!

Soweit mein Versuch! Wer den Weg zu uns findet, mit den lokalen Gegebenheiten klar kommt – alles ist von uns selbstgebaut und darum sicher nicht perfekt, aber alles kommt von Herzen. Wer diese Weg findet, der erhält die Möglichkeit, speziell zu essen und sich auch noch über Produkte und deren Verwendung schlau zu machen. Eigentlich alle, die den Weg gefunden haben, hatte bisher Spass und ein Erlebnis der speziellen karibischen Art. Und genau so soll es bleiben und eventuell mehr und mehr wachsen und zu einer Art Institution des speziellen Geschmacks zu werden. Das möchte „La Casa de Norma“ letztendlich sein! – nicht mehr und nicht weniger.

Las Galeras, den 9. Februar 2015

Samstag, 3. Januar 2015

Ein dominikanischer Tourismus für eine bessere Zukunft (Teil 3)



Ein bunter Reigen karibischer Klischees sind Gründe, in die oder in der Karibik zu reisen oder dort selber leben zu wollen. Das hier ist mit Sicherheit eine unvollständige Liste! 

Da hätten wir Natur pur, viel Sonne & keinen Winter, allenthalben Meer & Traumstrände, easy Living und akute Lebensfreude, jede Menge Kultur und Geschichte, Reggae, Salsa, Son  und andere tolle Musik, Segeln, Surfen, Katen, Tauchen, Fliegen, Wandern, sich motorisiert sportlich bewegen, exotische Plantagen, exotische Früchte aller Art, viel Zuckerrohr &  natürlich Rum, da waren wilde Piraten & clevere Revolutionäre, viele Abenteuer & noch mehr Abenteurer, jede Menge Freiheit & nonchalanten Luxus, Zigarren, exotische und scharfe Gewürze, viel gutes Essen, liebenswerte Gastfreundschaft, rassige Frauen und Männer, etc. Dazu kommen  aber auch noch einige Drogen und latente Kriminalität, bittere Armut, ausufernde Prostitution, allenthalben Korruption & saubere Geldwäsche und viel,ja sehr viel Halbseidenes. 

Aus all dem bilden sich Menschen aus aller Welt ihr eigenes Bild von einer spannenden Urlaubsregion, einem exotischen Lebensraum und was anderes als spiessige Gemütlichkeit. und  all das trifft mit Sicherheit auch auf die dominikanische Republik zu! Herzlich willkommen im puren Leben.Damit muss man hier umgehen können.

Die demokratisch gewählte Regierung  versucht seit Jahren den Spagat zwischen einer demokratischen, sozialen und zukunftsweisenden Staatsführung und auf der anderen Seite versucht sie permanent Anreiz für privatwirtschaftliche  Investments  zu generieren. Die Voraussetzungen für viele Investoren  in diesem Land sind einerseits relativ locker, aber auf der anderen Seite regt sich in der Bevölkerung auch  Wiederstand gegen Überfremdung und internationale Fremdbestimmung.  Unterschwellige Fremdenfeindlichkeit vor allem gegenüber den Haitianischen Einwanderern ist lange an der Tagesordnung. Es liegt jedoch nahe, das die „armen“ Nachbarn durch das Leben und Arbeiten in der dominikanischen Republik eine bessere, eigene Lebensgrundlage sehen oder zumindest erhoffen. Das sie nicht geliebt sind, ist den meisten sicherlich klar. 

Bildungspolitik: Seit Jahren fordert ein Großteil der Bevölkerung 5 % des BIP in die Dominikanische Bildung zu investieren. Ist Bildung ein Fass ohne Boden denken Andere? Die Frage lautet - kann man Bildung einfach kaufen? Was ist denn die Voraussetzung für eine kluge Bildungspolitik?  

Meine persönliche Meinung ist – der Wille des Einzelnen nach guter Bildung muss die grundlegende Basis sein und der Staat schafft dazu im Gegenzug  die geeigneten Voraussetzungen. Und genau hier scheiden sich die Geister. Ich will nicht auf die ganze Bildungs - Thematik eingehen, das würde den Rahmen sprengen. 

Mir geht es um modernen Tourismus mit all seinen Sparten für dieses wunderbare, karibische Land.  Tourismus bringt diesem Land enorm wichtige Einnahmen, von denen alle Dominikaner letztendlich partizipieren.  Wenn wir schon wissen, dass der Tourismus vor allem privatwirtschaftlich funktioniert, dann sollte der Staat das entsprechend berücksichtigen und dafür die Privatwirtschaft ohne sie zu behindern, in die Pflicht nehmen.
Ein Grundschullehrer weiß nicht, was der engagierte und professionelle  Hotelier bei seinen zukünftigen Fachkräften voraussetzt. Ein Fachlehrer hingegen eher!  Das Gleiche gilt für jeden versierten Tourismusunternehmer. Moderner Tourismus als Basis - Pflichtfach an öffentlichen Schulen in den involvierten Regionen und dezentral in den Ballungsgebieten mit großem Potenzial an geeignetem Nachwuchs wären sehr wichtig.  Tourismus  als Leistungsfachbereich  an  entsprechenden, privaten oder weiterführenden staatlichen Bildungseinrichtungen. 

Aber diese privaten Schulen gibt es noch nicht im Land. Und wenn es sie gibt, dann als sogenannte kommerzielle Kaderschmieden und diese bieten nur einem sehr ausgesuchten und solventen Klientel entsprechende Möglichkeiten im oberen Bereich.  Welcher junge Mensch aus einfachen Verhältnissen erhält so die Chance, sich seinen Berufswunsch zu erfüllen?  So gut wie keiner. Darum sind diese Stellen meist von Ausländern besetzt oder Auslandsdominikanern. Damit ein junger und talentierter Dominikaner an einer touristischen Fachschule im Ausland lernen oder studieren kann, fehlen ihm meistens  die entsprechenden Voraussetzungen – die da an erster Stelle qualifizierte Fremdsprachenkenntnisse wären. 

Hotelfach und Gastronomie besteht jedoch nicht nur aus Kadermitarbeitern. Um in eine solche Position zu gelangen,  wird in vielen Ländern ein entsprechendes Basiswissen vorausgesetzt. Oder wollen oder brauchen wir hier akademische Köche und Kellner? 

Möglichkeiten! Wären hier nicht die privaten Tourismusanbieter, nationalen und internationalen Gastronomie & Hotelgruppen und engagierte Unternehmer gefragt, um  sich einen soliden, fachliche versierten Nachwuchs  zu schaffen. Und dies sehr neutral, nach entsprechenden nationalen und internationalen Standards, anstatt der bisher üblichen spezifischen Inhouseausbildung? Was meint der Tourismusminister und seine Equipe dazu?
Fragen! Welcher touristische Betrieb oder Anbieter im Land betreibt eine entsprechende und neutrale Personalplanung, eine offizielle Abteilung oder ein Staffoffice und bietet seinen Mitarbeitern eine transparente Karriereplanung?
  
Ich komme langsam zum Punkt! Man kann über Probleme schreiben, sich darüber auslassen und sich darüber aufregen. Man sollte aber auch Ideen haben, wie man so was angehen könnte.  Ich denke viel über den dominikanischen Tourismus nach, weil ich mittendrin stehe. Hier nun kurz ein paar private Lösungsansätze, die „auf meinem Mist gewachsen sind!“

Wie wäre es denn – wenn die lokalen Tourismusanbieter sich mit den örtlichen, lokalen oder umliegenden Bildungseinrichtungen zusammensetzen und hier eine grundsätzliche entsprechende Diskussion in Gang setzen. Alles fängt klein an – aus der Region für die Region oder den Ort. Wenn man so jungen Menschen aus dem Ort oder der Umgebung so eine zusätzliche Chance geben würde, sein berufliches Leben anzugehen? Hier liegt meiner Meinung nach eine große Chance, etwas für den Tourismus und die betroffenen Menschen  zu tun. Ohne große Korruption – wer kann der darf oder soll!

Und wissen sie was lieber Leser, wenn sie ein echter Landes - Fan sind oder ein gern gesehener Stammgast, der immer wieder den Weg auf diese schöne Insel oder an einen bestimmten Ort hier  findet, dann wäre es eine tolle private Möglichkeit für sie, das privat und auf eigene Initiative zu unterstützen. 

Es wäre eine lohnenswerte Aufgabe für einem entsprechenden und neu zu gründenden, lokalen Verein Dinge wie private und zeitlich begrenzte Stammgast -  Patenschaften für willige junge Menschen zu übernehmen oder durch Spenden und  praktische oder materielle Unterstützung etwas für einen besseren und nachhaltigen Tourismus zu tun in Zusammenarbeit mit ihrem Lieblingshotel.  So könnten sie ihr Hotel etwas in die Pflicht nehmen wovon es letztlich wieder profitiert.  Und auch sie profitieren davon, denn auf Dauer werden sie noch besser umsorgt und ihr Aufenthalt wird zum Happening. 

Ich glaube, es gibt viele Menschen aus aller Welt, die schon lange ihr Herz an dieses Land, im speziellen einen bestimmten  Ort oder an ein geliebtes  Hotel  und dessen Mitarbeiter bereits verloren haben. Und ich glaube, dass diese Leute durchaus bereit wären, eine solche Idee nicht nur zu unterstützen, sondern sogar zu fördern und zu forcieren.  Das wäre ein sinnvolles Stammgastmarketing der besonderen Art und könnte Schule machen.  Denken sie darüber nach.  Reden sie darüber mit anderen Leuten und Gleichgesinnten und vor allem mit den Verantwortlichen vor Ort oder im Hotel. Eventuell können wir so etwas rein Privatwirtschaftliches für den dominikanischen Tourismus tun. Er wäre sicher auf noch besserem Wege als er es bereits ist.



Ein Dominikanischer Tourismus für eine bessere Zukunft!
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