La Casa de Norma im November 2015
La Casa de Norma ist ein ecotouristisches Projekt für Dominikaner, Residenten & Urlauber, die das pure Dominikanische Leben in Las Galeras kennenlernen möchten. Werfen sie einen Blick hinter die Dominikanischen Kulissen! Erleben sie dabei die Dominikanische Leichtigkeit des Seins, das Dominikanische Landleben und lassen sie sich von uns bekochen.... Bei rechtzeitiger Reservation sind wir für sie da!
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Samstag, 7. November 2015
Freitag, 6. November 2015
Casa de Norma 2011 -2015 (Galerie)
| so fing alles an |
| da war ein Mangobaum hinter dem Haus und er ist noch heute da |
| jeder fängt klein an |
| so hat es damals ausgesehen |
| die ersten Pfosten werden gesetzt |
| der Urfogon entsteht am Mangobaum |
| da war nichts.... |
| die Urdjungelkueche im Freien |
| ganz schön chaotisch |
| ein paar Bananen im Garten |
| Gerüstbau |
| Gerüstbau 2 |
| die Urbar entstent |
| ganz schön tipico |
| man sieht schon was! |
| was das wohl wird? |
| Tische werden gebaut |
| die alte Schlammstrasse |
| der Fogon macht was her! |
| sogar ein Boden wird aus Schiefer verlegt! |
| man sieht immer mehr |
| schöner Natursteinboden selbst gesucht |
| der alte eingang an der Schlammstrasse |
| geheimnisvoll |
| die Urküche |
| es wird immer besser |
| Küche hat einen Boden |
| Der Garten wächst und gedeiht |
| langsam wächst alles zu |
| der erste Gartensitzplatz |
| der Kiosk ist Geschichte |
| unser wilder Garten und das Pencadach |
| keine Plastikstühle - alles handgemacht |
| mir geföllt es gut! |
| der Lieblingstisch |
| noch mal slte Küche |
Donnerstag, 5. November 2015
Vier Jahre Casa de Norma - Ein kurzer Abriss!
Alles Begann mit einem Traum und diesen Traum hatte ich im Jahr 1999. Damals packte ich die Koffer im
Berner Oberland in der Schweiz und landete zum ersten Mal auf der schönsten
Halbinsel der Welt, der Halbinsel Samana in der Dominikanischen Republik. Das
wusste ich damals noch nicht!
Im Jahr 2004 endete mein Traum fast mit einem Paukenschlag. Mein
Paukenschlag war ein fataler Motorradselbstunfall in Las Terrenas. Ob er ein
Wink des Schicksals, eine Dummheit oder mein Karma war? Ich glaube er war alles
zusammen. Sehr schmerzhaft und vor allem einschneidend, denn er hat nicht nur
mein bisheriges Leben völlig auf den Kopf gestellt. Es war ein Wendepunkt und
der Beginn von einem, der sich seither Manzana nennt! Ich muss noch anfügen, das
ich bis dato das Dominikanisches Leben mit einer ständigen Party unter Palmen
verwechselt hatte. So kann’s kommen! Fast 5 wilde Jahre! Manzana´s wild Years!
Nicht, das ich bis zu dem Crash 2004 hier nichts anderes außer
Partys gefeiert hätte! Ich hatte immerhin ein schickes kleines Hotel an einem
der schönsten Strände von Las Terrenas und des Landes gepachtet, um oder aber im
Lauf der relativ kurzen Zeit merken zu müssen, das es auch im vermeintlichen
Paradies an der Playa Bonita nicht so einfach ist, das Selbe zu tun, was ich
viele Jahre zuvor auch schon in der Schweiz gemacht hatte und das dort eigentlich
recht gut und sogar erfolgreich.
Das „vermeintliche“ Paradies funktioniert nach anderen
Spielregeln! Heute sage ich mir - Vergiss im Prinzip alles, was du vorher mal
gelernt hast und vor allem glaub bloß nicht, dass du hier nach den gewohnten
Regeln arbeiten kannst und sich dann der Erfolg dann ganz automatisch
einstellt. Vergiss das einfach! Oder du hast soviel Geld und vor allem gute Beziehungen,
das dir vermeintlich alles von alleine zufällt. Aber selbst das ist letztlich eine
Illusion! Ein echtes Paradies ist es eigentlich mehr für unsere Gäste aus aller
Welt, wenn sie sich darauf entsprechend einlassen. Dafür sind wir Gastgeber verantwortlich.
Ist das nicht spannend?
Die Genesung von meinem Paukenschlag dauerte fast 8 Monate
in guten Händen meiner Ärzte und alten Freunde im Berner Oberland. Von Genesung
kann eigentlich keine Rede sein! Das wusste ich damals jedoch noch nicht. Ich
glaubte, dass das alles schon wieder in Ordnung kommen würde. Gesundheitlich eine
reine Fehlanzeige! Heute, 11 oder bald 12 Jahre später weiß ich, dass es nie
wieder so wird, wie es zuvor war. Eigentlich ist das auch gut so! Ich lebe
heute zwar mit den Folgeschäden. Ich habe mich nicht nur damit abgefunden,
sondern mein (neues) Leben völlig auf den Kopf gestellt. Der Paukenschlag
sollte mein Karma sein. Denn von diesem Augenblick an begann mein totales
Umdenken. Das hat sich bis heute nicht geändert. Ich bin heute ein anderer
Mensch und das in vieler Hinsicht! Heute bin ich Manzana. Das ist nicht mein
Pseudonym, sondern so heiße ich schlicht auf Spanisch.
Heute im Jahr 2015 lebe ich nach wie vor unter karibischen
Palmen, oder soll ich besser sagen unter einem Mangobaum; was übrigens absolut
stimmt! Aus meiner anfänglichen übertriebenen Euphorie ist eine gewisse
Abgeklärtheit geworden. Mein persönliches Umfeld hat sich seither sehr
verändert. Statt wie damals im quirligen und aufstrebenden Las Terrenas zu
leben bin ich heute in Arroyo de Cabo, einem ursprünglichen Ortsteil der
Gemeinde Las Galeras, am anderen Ende der Halbinsel Samana. Der aufstrebenden
Touristenhochburg Las Terrenas habe ich seit Jahren bereits den Rücken gekehrt.
Mein eher beschauliches, karibisches Rückzugsgebiet mit sehr viel eco -
touristischem Flair ist heute das Ende der Halbinsel Samana – Las Galeras.
Statt dem schier endlosen Halli - Galli
- Bikini und Promenier - Stränden von und um Las Terrenas, gibt es hier Natur pur nebst einigen
außerordentlichen und einmaligen Traumstränden.
Eingebettet ist das Ganze hier in eine relativ ursprüngliche und noch
nicht touristische - überlaufene Landschaft.
Man könnte es auch so sagen; hier ist eigentlich nicht viel los! Das echte Karibische
Leben findet hier noch auf seine laszive und relativ naive, ursprüngliche Art
statt. Übrigens tummeln sich hier
praktisch vor der Haustüre alljährlich die ältesten und treuesten Touristen von
Samana – denn seit Urzeiten kommen ab Mitte Januar die Buckelwale in die Bucht
von Samana. Das will doch was heißen!
Ja und hier steht er nun; mein karibischer Traum – die Casa de
Norma! Ich habe sie um einen alten und großen Mangobaum herum gebaut…sie ist
einfach, relativ ursprünglich oder tipico; wie man hier gerne sagt. Eingebettet
ist sie in einen tropischen Garten.
Dahinter erstreckt sich unverbaute, karibische Landschaft pur und sie liegt ein
gutes Stück, genauer gesagt 3 Kilometer von den hiesigen Traumstränden
entfernt.
Ich habe sie mit den
3 Jungs meiner Lebenspartnerin Norma mit unseren eigenen Händen gebaut. Ich
habe dazu verwendet, was mir die üppige Natur gibt. Ich habe mich dabei bewusst
beschränkt und bin sozusagen gewollt einige Schritte zurück gegangen. Es ist
keine karibische, bunte Komfortzone wie in den meisten Hotels vor Ort, sondern
schlicht und ursprünglich; sehr ursprünglich! Sie ist aus meiner jetzigen Sicht
genau so wie ich es wollte. Und das war und ist nach wie vor sehr viel Arbeit.
Schließlich geht es um einen oder meinen Traum.
Hightech gibt es hier nicht. Stattdessen beschränke ich mich
bei allem auf das Wesentliche. Wir sind hier in der Karibik oder auf der
Halbinsel Samana … und nichts ist hier
perfekt. Echte Fans wissen das und darum kommen die echten Fans nach Samana. Wer
Karibik mit farbenfrohem Luxus verwechselt wird wohl enttäuscht sein. Wer aber
karibisch Ursprüngliches erleben will, der ist hier vollkommen richtig. Es geht
um das Erlebnis!
In den großen Hotels versucht man den Gästen mit hiesigen
Mitteln sowas wie eine perfekte Karibik zu vermitteln…. Hinter den Hotelmauern
mag das eventuell relativ klappen; aber nur dort. Es ist eine Illusion! In
Wirklichkeit ist hier gar nichts perfekt. Genau das ist der verschmitzte Reiz,
den die echten Kenner so lieben. Es funktioniert alles irgendwie… aber oft
nicht wie man es kennt. Hier wird auf Teufel komm raus improvisiert. Und genau
das mache ich hier auch und das seit vier Jahren!
Es gab in all der Zeit immer was zu tun, zu verbessern, neu ins
Auge zu fassen und das wird sich wohl hoffentlich nie ändern. Ein Fass ohne
Boden oder etwas, das ständig wächst? Ich sage es so - La Casa de Norma ist
nicht von der Stange. Sie ist ein Unikat. Die drei Jungs meiner Frau sind
mittlerweile alle aus dem Haus und gehen ihren eigenen Weg. Ich bin froh, dass
jeder für sich etwas lernt, studiert und sie machen das gut.
Wir beiden Alten – Norma und ich und seit 2 Jahren gemeinsam
mit Normas alter Mutter, leben mit unseren verschiedenen Haustieren das
karibische Landleben. Unsere Gäste aus aller Welt schauen herein und lassen
sich von uns karibisch und gastronomisch
verwöhnen. Wir stellen uns gerne in die Küche und kreieren eine echte, authentische
Küche ohne wenn und aber. Sie lässt sich vor Ort mit nichts vergleichen und so
wollte ich es. Wir verwenden dazu lediglich lokale Produkte. Es lebe der
Überraschungseffekt. Es gibt nichts von der Stange. So werden wir nun in unser
fünftes Jahr gehen und freuen uns auf euren Besuch…
Mittwoch, 12. August 2015
Karibischer Nudelsalat – eine Anleitung zum Experimentieren
Nudelsalat Ist eigentlich ein Kuriosum, denn Nudeln sind bekanntlich
nicht karibisch. Aber lassen wir mal die Wortkauberei beiseite und stellen stattdessen
fest, das es heute natürlich Karibischen Nudelsalat gibt und nicht nur einer
sondern „unzähligen“ Varianten. Hasta la Pasta!
Ich bin somit nicht der Erfinder des Karibischen
Nudelsalates sondern ich beschreibe meine Varianten dieses leckeren „Allerweltsalats“
Nudeln oder Pasta gibt es heute auch hier in verschiedensten
Variationen was uns einen Besuch von praktisch jedem Colmado bis zum angesagten
Supermarkt beweist. Aber welche Nudel nimmt man also? Ich bevorzuge die
sogenannten Gorditos! In der Schweiz nennt man die schlicht Hörnli. Die können durch das Loch in der Mitte Dressing
oder Sauce gut aufnehmen, was meiner Meinung nach für einen saftigen Nudelsalat
sehr wichtig ist. soweit alles paletti?
Die Nudeln sind sicher der Hauptbestandteil eines karibischen
Nudelsalates und weil sie so neutral sind, lassen sie sich praktisch mit allem Essbaren
kombinieren. Die Salatsauce oder das Dressig sollte am besten etwas dickflüssig
sein, das sorgt für den optimalen „Schmotz“. Achtung Kalorien!
Karibik verspricht oder spricht für sich. Graben wir also in
der Klischeekiste und da gibt es einiges, was in so einen „echt“ karibischen
Nudelsalat passt! Ich unterscheide heute zuerst mal zwischen Fleischessen und
Vegetariern. Danach unterscheide ich zwischen Land und Meer oder Vegetariern
und Veganern. Alle lieben Nudeln.
Beim Fleischfan passt in den karibischen Nudelsalat zum
Beispiel gebratener Speck, angebratene und zerkleinerte Longaniza, pulled
Chicken oder pulled Porc. Eigentlich passt alles, was zuvor lecker angebraten
wurde wenn man mal vom fertigen Schinken aller Art und Dosenfleisch absieht.
Wenn wir ins Meer schauen sieht es ähnlich aus. Vom zuvor
zart angebratenen Fischfilet bis zu
sauber ausgelösten oder abgepulten und lecker sautierten oder gebratenen Schalentieren
& Mariscos bis zum banalen Griff zum Dosenöffner, um damit einer Dose
Thunfisch ans Eingemachte zu gehen! Der Nudelsalat schluckt´s.
Kommen wir zur Gretchenfrage – exotische Früchte oder lieber
gedünstetes Gemüse …oder Beides? Klar, geht alles und wichtig ist die jweilige Konsistenz.
Je mehr die Nudeln al dente sind umso knackiger das Gemüsen… macht doch Sinn
oder?
Karibisches Gemüse? Wussten sie das Tomaten ein karibisches
Gemüse ist? Die stammen nicht aus Italien! Nein die kommen aus der Karibik oder
aus dieser Region und die alten Indios kannten sie schon lange vor einem Herrn
Kolumbus, der ja ursprünglich aus Genua stammte. Jede Art von Kürbis passt gut,
Karotten blanchiert auch, Tayote ganz klar oder lieber Molontron…letzteres eher
nicht, weil zu weich! Fantasie ist gefragt! Unsere Berühmten Viberes, auch
Wurzelgemüse genannt passt hier bei uns mit Sicherheit. Jucca, Platanos etc.
kommen hier praktisch in jeden Nudelsalat. Das gibt Kraft und schont das
Budget.
Käse in jeglicher Form geben einem Nudelsalat das gewisse
Etwas, womit wir zum Dressing kommen! Joghurt ist immer gut in kombination mit
frischer Limone. Essig? Na ja ist Geschmackssache! Aber wieso nicht mal einheimischen Ricotta
oder unseren berühmten weißen Käse oder den Dominikanischen Creamcheese von
Ricca versossen? Das natürlich In Kombination mit unseren karibischen Gewürzen
und Kräutern, ich sage ihnen das ist immer lecker!
So langsam haben wir unseren Mix zusammen. Es stellt sich noch
die Frage – der Nudelsalat zu oder mit was? Kommt ganz drauf an. Das überlasse
ich ihnen selber.
Guten Appetit..
Mittwoch, 5. August 2015
Das Geheimnis der Marinaden. in der Casa de Norma
Eigentlich ist es kein Geheimnis und letztlich verrate ich auch nicht allzu viel Neues.
Es gibt so viele verschiedene Rezepte um seinen Fisch zu
marinieren. Wie im vorherigen Beitrag beschrieben, geht es darum dem Fisch mehr
Geschmack zu geben. Ich bin da heute
sehr zurückhaltend im Gegensatz zu früher. Ich nennen das darum eigentlich
ungerne marinieren, denn das hört sich für mich irgendwie übertrieben an. Ich
nenne es heute lieber parfümieren oder veredeln. Das bedeutet Respekt vor dem
Produkt. Das man einen Salzhering in ein Fass mit Salzlake steckt, ist etwas
anderes…. Da geht es um Haftbarmachung! Wenn ich aber einen fangfrischen Chillio
(Redsnapper) mit glasklaren Augen vor mir habe, dann möchte ich, das dieser
wunderschöne Fisch auf dem Teller nicht nur wunderbar aussieht sondern auch
himmlisch duftet. Zart wird er sicher sein, denn es ist ein sehr edler Fisch! Das
Filet soll sich beim ganzen Fisch ohne Schwierigkeiten von der Gräte lösen und
er soll genauso gut schmecken wie er aussieht. Dann bin ich zufrieden!
Solche feinen Chillios gibt es bei uns und viele andere edle
Fische mehr. Es gibt auch ganz banale Sardinen und selbst so eine Sardine hat
es verdient, das man ihr genug respekt yollt und dann ist auch dieser einfache
Fisch ein Hochgenuss. Soviel zur Koch - Philosophie hinter der ich stehe.
Frischer Fisch, der beim Fischen nicht lange im Boot in der
prallen Sonne rumgelegen ist, ist natürlich der Traum jedes Koches. Je schneller er verarbeitet wird um so besser
schmeckt er. Das ist nicht immer der Fall. Wenn er vom Fischer beim
Fischhändler abgeliefert wird, landet er hier erst mal im Tiefkühler. Meistens
zusammen mit dem restlichen Fang. Dort geht es ziemlich grob zu…. Wegen der
fehlenden Infrastruktur. Wenn man Glück hat bekommt man den Fisch, bevor er im
Tiefkühler landet. Bingo! Nun geht es um die zügige Verarbeitung.
Unser Meer hat im Schnitt 25 Grad Wassertemperatur und an
der frischen Luft ist es meistens um einige Grad wärmer. Das muss man bedenken.
Wenn immer möglich, arbeiten wir mit kaltem Wasser um die 20 Grad. Unsere
Djungelküche ist offen und nicht klimatisiert. Wenn es um feine Fischfilets geht, dann musste
man den Fisch zuvor sauber waschen und auslösen. Dabei hat man ins Fleisch
geschnitten und die Poren der Filets sind offen. Das bedeutet das beim marinieren
oder parfümieren die Geschmacksgeber sofort in das Fleisch eindringen. Unsere
Marinade ist wenn immer möglich eine 2 zu1 Marinade. Das bedeutet zwei Teile
Würzflüssigkeit zu einem Teil Öl oder Fett. Je magerer der Fisch umso mehr Öl
oder Fettanteil ist in der Marinade. Das gleiche gilt für Schalentiere. Damit
die Marinade gut in den Fisch oder das Marinier - Gut eindringen kann, gebe ich
es anschließend in einen Zipbeutel und drücke alle Luft hinaus. Noch besser
wäre es den Fisch kurz zu vakuumieren. Den luftleeren Beutel legt man nun in
das kalte Wasser. Ich marinieren Fischfilets oder Schalentiere nicht länger als
15 Minuten. Bei ganzen Fischen kann es etwas länger gehen. Ganze Fische pikiere
ich mit der Fleischgabel von innen, damit die Marinade auch in das Fleisch
eindringen kann. Ich finde es barbarisch den Fisch auf der Außenseite auf
Dominikanische Art mehrfach einzuschneiden. Aber das ist Geschmackssache. Weißwein
statt Essig ist wenn immer möglich die beste Alternative. Wenn ich keine
frischen Limetten oder frisches Zitronengras zur Hand habe, nehme ich die
Blätter vom Limettenbaum und bearbeite diese zuvor mit Salz und den Gewürzen im
Mörser. Das ergibt auch einen sehr feinen und intensiven Limettengeschmack. Das
Gleiche gilt für Orangenblätter, Moringa und viele andere Wildkräuter, die es
zuhauf in der freien Natur gibt. Koriandergrün, Dill etc. habe ich meistens im
Garten. Je nach Art der Marinade verwende ich auch gerne frischen Ingwer. Honig
oder Currypaste eignet sich im Speziellen für etwas pikante und exotische Varianten. Das Gleiche gilt für frische
Ananas, Papaya, Passionsfrucht oder Mango. Hier frage ich meine Gäste immer
vorher, ob sie das wünschen. Das Gleiche gilt für lieber viel oder weniger Knoblauch.
So entstehen ganz verschiedenen Marinaden, die wenn immer zum Fisch oder den
Schalentieren oder dem Seafood passen.
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Über das Marinieren von Fisch und Seafood
Kennen sie den Spruch „Butter bei die Fische?“ Im Klartext - Hier
geht es um das Würzen, marinieren von Fisch und Seafood.
Ein überwürzter Fisch genau wie Seafood ist wie eine
überschminkte Frau….. Uups! Will hier niemandem zu nahe treten…. Es gibt Leute,
denen das gefällt! Mir nicht, weder bei einer Frau noch bei einem Fisch, denn
ich bin Koch und kein Maskenbildner. Die Skala reicht von dezent bis
ungenießbar!
Wenn der Fisch oder das Seafood, egal ob Schalentiere,
Schnecken, Muscheln, Molluske frisch sind und der Fanggrund keine „Kloake“ war,
dann hat der Fisch seinen typischen Eigengeschmack. Sprich er „fischelt“ nicht oder stinkt nicht nach Fisch! Guter
Fisch stinkt nicht – er schmeckt nach Meer oder Fluss! Jeder gute Koch weiß,
was ein frischer Fisch ist und woran er das erkennt.
Wir kommen nun zu einem Problem, welches ich hier bei uns
auf Samana sehr oft beobachtet habe… der Fisch wird oftmals und in vielen vor
allem einheimischen Restaurants / Comedors / Strandbuden völlig überwürzt und danach
zu tode gebraten oder gegart. Für mich als Koch gibt es bei der Zubereitung von
Fisch oder Seafood keinen Mittelweg. Ich
lasse ihn lieber zu kurz auf dem Herd und das kann man korrigieren. Damit muss mein
Gast leben oder er isst besser woanders. . Darum esse ich selber am liebsten
bei mir zuhause und dann passt das.
Genug der Kollegen - Schelte!
Im Allgemeinen
Marinieren ist eine Kunst… Da ich die Problematik kenne,
gehe ich bei jeder Bestellung mit unseren Gästen zuvor auf die Thematik ein und
Frage genau, wie es denn bitte sein soll! Die Karibische und Kreolische Küche
versus klassische Kochkunst – das ist die tägliche Gratwanderung.
Und explizit....
- Verträgt Fisch außer einer dezenten Säure und den passenden Gewürzen auch eine gewisse Süße? - unter Umständen ja!
- · Passen diverse Früchte neben Limonen eher zu einer Marinade statt banalem Essig? - mit Sicherheit!
- Können es auch Öle statt Butter sein? – mit Sicherheit!
- · Zu viel Knoblauch oder Anderes verfälscht den Geschmack. – Geschmackssache, aber sicher ja!
- · Lassen sich gute Marinaden auf Vorrat produzieren? - bedingt ja.
- · Wenn ein portionierter, filetierter Fisch oder Seafood länger als 15 Minuten in der Marinade liegt, verändert sich die Struktur und der der Eigengeschmack. Es geht an die Substanz.
- · Fisch und Seafood welches fangfrisch verarbeitet wird, hat nichts im Kühlschrank zu suchen. Schon gar nicht mariniert!
- · Fisch und Seafood aus dem Kühlschrank oder Tiefkühler sollte schonend und langsam an die Raum oder Außentemperatur angepasst werden – man gibt ihm genug Zeit… alles andere ist Vergewaltigung.
- · Fisch oder Seafood in der Mikrowelle auftauen ist eine Todsünde und ein Kündigungsgrund.
- · Säure zersetzt das meist stark eiweißhaltige Fleisch von Fisch und Meeresfrüchten. Darum maximal 15 Minuten…
- · Fette und Öle verstärken den Eigengeschmack und ummanteln den Fisch. Man sollte sie immer erst am Schluss an den Fisch geben.
- · Gewürze dominieren den Eigengeschmack.
- · Salz und Zucker verstärken den Eigengeschmack bis zu einem gewissen Grad.
- · Das gleiche gilt für Panaden.aus Duxelles und Semmelbröseln
Das gleiche gilt für diverse Buttermischungen oder montierte
Saucen wie Hollandaise, Bearnaise und Co. Puristen fragen oft bloß nach einer
aufgeschnittenen Limone und Fans von rohen Muscheln oder Austern, Seeigeln
wünschen den obligatorischen Vinagre oder die Limone.
In einem weiteren Beitrag werde ich auf diese diversen Saucen
näher eingehen.
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Dienstag, 4. August 2015
Krebsbutter ist nicht gleich Krebsbutter
Zuerst
mal – Man kann Krebsbutter fertig im Fachhandel kaufen und erspart sich die
ganze aufwendige Arbeit. Einfach und sicher kein Problem. So hab ich es früher
gemacht und gut war sie noch dazu. Gemeint ist die Würzbutter in Dosen mit dem intensiven
Krebsgeschmack.
Ich
unterscheide zwischen zwei verschiedenen Produkten. Da gibt es einmal die feinen
Butter – Mischungen, die man zum Beispiel auf ein gutes Steak, einen Fisch oder
auf sonstwas gibt, als das sogenanntes „I- Tüpfelchen“ wie zum Beispiel Beurre Cafe
de Paris – gemeint ist also Kräuterbutter, Knoblauchbutter etc.
Dann
gibt es noch Würzbutter wie die Krebsbutter in Dosen zum Beispiel von der Firma
Langbein aus Bremerhaven, welche man zum
Abschmecken oder als Geschmacksverstärker
von speziellen Saucen, Fonds oder Jus nimmt. Wir unterscheiden also zwischen aufmontierten,
spezielle Buttermischungen und reinen Geschmacksgebern.
Hier
in der Karibik gibt es Krebs ohne Ende aber Krebsbutter hab ich noch keine
gesucht, weil es Krebse ohne Ende gibt. Klingt logisch! Wie macht man nun diese
Butter zum würzen, die es sonstwo in
Dosen zum kaufen gibt oder anders gefragt,
welche Arten von Würzbutter kann man selber
machen? Die Antwort lautet – jede!
Allgemein bekannt
sind bei den Köchen die Krebs & Hummerbutter. Ich selber mache eine Schalentier - Butter denn dazu kann man alle Krebse, Langusten, Camarones oder eigentlich jedes essbare Schalentier nehmen. Wie
in anderen Beiträgen beschrieben, gibt es in der Küche eigentlich immer Schalentier – Abfälle,
denn die Schalen isst bekanntlich niemand. Unser Schwein liebt die Karkassen. Statt sie in den Müll zu werfen oder unter den Kompost brauche ich sie zum die Butter daraus zu machen. Mann kann Langustenkarkassen nehmen, sollte aber keine verwenden, die zuvor bereits
auf dem Grill auf offenem Feuer gebrutzelt haben. Das gilt für alle, die man zum Herstellen von dieser Butter verwenden will. Oft sind sie verbrannt und das beeinträchtigt den Geschmack. Da ich viele Schalentiere
auslöse, um nur das Fleisch zum kochen zu verwenden, ergibt sich das Problem eigentlich
von selber.
Ich
koche die Schalen oft aus, um daraus zum Beispiel meinen speziellen Fond
zuzubereiten. Übrig bleiben wiederum die Schalen. Man gibt sie
in eine Kasserolle und trocknet sie lange genug im Ofen, bis sie wirklich
staubtrocken sind. Die Hitze sollte dabei nicht zu hoch sein. Danach zertrümmert man
sie erst grob und danach mit dem Mörser noch viel feiner und gibt diese feine
Mischung in einen Topf und füllt mit Butter oder auch anderen Fetten auf, bis
sie gut bedeckt sind. Das erhitzt man nun auf leichter Flamme solange, bis die
Butter schäumt. Diese Mischung filtert man entweder durch Küchenkrepp oder ein sauberes
Tuch und stellt die so entstandene Butter beiseite. Später füllt man sie in ein
Glas und sie hält sich recht lange im Kühlschrank. Wenn man die Schalen
wirklich fein gemörsert hat, kann man einen Teil auch in der Butter lassen. Bei
Schalen von Camarones zum Beispiel macht das nichts.
Es muss nicht immer
Butter sein!
Man
kann auch Pflanzenöle verwenden, die sich meist mehr erhitzen lassen und bei
denen der Geschmack am Schluss noch intensiver wird. Ganz speziell wird es,
wenn man reines Kokosöl verwendet. Dann hat man den Geschmack der Schalentiere
und dazu noch den feinen Kokosgeschmack. Sehr gut für die Kreolische und
Dominikanische Küche – obwohl man diese Butter hier eigentlich nicht kennt.
Das gibt ihnen hoffentlich die Idee selber zu
experimentieren. Es muss auch gar keine Schalentierbutter sein. Rein
vegetarische Würzfette lassen sich so je nach Gusto wunderbar selber herstellen.
Und nicht nur das. Auch diverse Früchtebutter kann man so herstellen, als
Geschmacksverstärker zum Backen und für Desserts
Montag, 3. August 2015
Der Bärenkrebs – ein seltsamer Geselle? Was man sonst noch alles damit anstellen kann!
Warum ich derzeit so viel über ein relativ exotisches
Schalentier schreibe….? Dem Jüre aus Thun sei Dank! Außerdem wird dieses exotische
Schalentier meistens unterschätzt und wenn man ihn in voller Pracht sieht macht
er im Gegensatz zu einem Hummer oder der hier so beliebten Languste wirklich nicht
besonders viel her. Aber man soll sich ja von Äußerlichkeiten nicht täuschen
lassen! Letztlich geht es bei uns kulinarisch um den Genuss oder seid ihr eher
typische „Schönesser“? Wenn ja, lasst ihn (Den Krebs) in der Auslage und nehmt lieber
die Tigerprawns, Hummer oder Langusten…. Wer sich wirklich auskennt freut sich
um so mehr und weiss hoffentlich etwas damit anzufangen. Genau darum geht es
letztlich! Das konnte ich mir jetzt nicht verkneifen, sorry!
Also wenn ich die Wahl habe, nehme ich den Bärenkrebs. Wenn
der Kunde die Languste will, bekommt er die…falls ich noch eine finde. Denn die
gehen bei meinem liebsten Fischhändler meist weg wie warme Semmeln und dann ist
da noch der Bärenkrebs und ich denke mir – Glück gehabt!
Was haben wir bis
jetzt erfahren?
Roh schmeckt der sehr gut; als mundgerechtes Medaillon ist
er die Kür und als leckereres Süppchen macht er auch eine gute Figur. Auf dem
Grill fachgerecht zubereitet, macht er vielen
Kennern echte Freude. Aus den Karkassen lässt sich genau wie von Hummern,
Langusten, Krebsen ein toller Sud oder
eine würzige Reduktion herstellen.
Was geht noch?
Man kann ihn mit anderen Sachen zusammen aufspießen und das
ergibt tolle Spieße oder Spießchen in allen Variationen. Apropos Variationen!
Wenn bei mir mehrere Leute auftauchen und mal so richtig aus dem karibischen
Vollen schöpfen wollen, dann bietet sich ein leckerer Seafoodmix geradezu an –
von allem etwas sozusagen und hier kommt unser Bärenkrebs in richtig gute
Gesellschaft. Ich kombiniere dann gerne, wenns vom Grill sein darf, Langusten,
Bärenkrebse, Süsswasserlangusten (die blauen) und eine Haiwa (Königskrebs ) als
Schaustück obendrauf. Wobei bei Letzterer nur die großen Scheren zum Einsatz
kommen. Das Ganze ergibt eine Schalentierplatte vom Feinsten. Und die hat dann
natürlich auch ihren Preis. Da wird geklotzt und nicht gekleckert….Wer kann der
darf!
Noch exotischer wird es wenn die Gäste einen maritimen,
karibische Querschläger vom Grill wollen,
sprich gerne von Allem etwas! Da kommen
dann noch Fischfilets oder ganze Fische mit auf den Grill.
Heftiger wird es, wenn nicht alles bloss vom Grill kommen
soll. Dazu braucht es aber eine Menge Leute, denn hier gibt es die ganze
Bandbreite – von kalt über lauwarm bis zum Grillspass. Nicht schlecht;
funktioniert aber nur bei geschlossenen Gesellschaften mit genügend Zeit und
auch Geld in der Tasche. Dann drehen wir voll auf und das Ganze wird zum
Happening.
Aber zurück zu
unserem oft verkannten Bärenkrebs!
Roher Fisch oder Seafood ist nicht Jedermanns Sache. Salat
mögen die Meisten und so ein exotischer Bärenkrebssalat ist natürlich ein
exotisches Highlight. Nicht ganz billig, was sich sicher versteht. Es geht auch
hier wie immer um das Lebend - Gewicht der Krabbler. Wer so richtigen Hunger
mitbringt, bei dem rechnen wir mit 2 Pfund ganzem Bärenkrebs pro Person. Was
nach dem auslösen übrigbleibt landet mit feinen Zutaten auf dem Salatteller.
Und hier kommt dann
die Gretchenfrage!
Solle es eher süßsauer sein oder doch lieber etwas spicy?
Puristen meinen nun gerne – „lass einfach den ganzen Firlefanz weg und gib mir die volle Ladung!“ Sein Wunsch
sei mir Befehl und er bekommt sie wenn ich die Krebse bekomme! Dann werden die
Krebse sauber ausgelöst, geputzt, grob zerteilt, zart mariniert und sanft
sautiert. Die Karkasse wird extra geputzt und pochiert. Dann ist sie knallrot
und der puristisch so zubereitete Krebs
kommt zurück in die Schale (etwas Deco muss sein) und die landet auf einem Teller und diese vor
unserem Genießer. Der Rest ist sein Problem.
Den Rekord hat ein Franzose aufgestellt – er hat für sich alleine
5 kg rohe Krebse bestellt und daraus wurde dann schon eine richtig große
Portion lauwarmer Bärenkrebs – Salat. Dazu hat er eine Flasche trockenen Weißwein
getrunken und ein ganzes Baguette mit hausgemachter Krebsbutter. Kaffee und einem guten Rum danach..
Die hausgemachte Krebs - Butter wird nur leicht gesalzen – die
Rechnung hat sogar mich erschreckt… aber unser Gast war im siebten Krebshimmel
und zu allem gab er mir 50 Euro Trinkgeld….. was soll man sagen? Der Tag war
ein Fest!
In diesem Sinne….
Sonntag, 2. August 2015
Bärenkrebs & Kokoscremesuppe a la Casa de Norma
Im letzten Beitrag habe ich beschrieben, wie man aus
Bärenkrebskarkassen einen Jus oder eine Reduktion herstellt. Diese Reduktion
ist der wichtigste Bestandteileiner echten Bärenkrebs - Cremesuppe. Wenn man
viel mit dem Schalentier arbeitet fallen öfters dessen Karkassen an. Es
rentiert sich also diese zu sammeln um eine größere Menge dieser Reduktion hereinzustellen.
Die Lässt sich wunderbar portionsweise zum Beispiel in einem Eiswürfel –
Bereiter einfrieren um sie dann einzeln in kleinen Gefrierbeuteln
aufzubewahren. Ein tolles Mise en Place!
Wie man frische Kokosmilch herstellt ist kein großes Geheimnis.
Man reibt die frische Kokosnuss (Copra) auf einer groben Küchenhandreibe und
stellt so frische Kokosraspel her. Diese gibt man in den Küchenmixer und füllt entweder
mit soviel Wasser auf bis die Raspel gut bedeckt ist. Wenn die Nuss voll reif
ist, hat sie fast kein eigenes Kokoswasser mehr. Das echte Aqua de Coco haben auch
nur relativ frische und „junge“ Kokosnüsse und dazu braucht man eine „trächtige“
Kokospalme. Hier bei uns in der Karibik ist das kein großes Problem. Hier
wachsen tausende von Kokospalmen und oft werden die Nüsse am Straßenrand frisch
verkauft. Wir sind was das anbelangt, relativ verwöhnt. Man kann natürlich auch
eine Dose Kokosmilch im Laden kaufen. Wir unterscheiden zwischen Crema de Coco und
Leche de Coco. Crema de Coco ist dickflüssig und gesüsst und Leche de Coco ist
die typische, ungesüßte und dünnflüssige Kokosmilch und genau um die geht es in
diesem Rezept.
Trotzdem brauchen wir für eine echte Bärenkrebs & Kokoscremesuppe
a la Casa de Norma einen frischen Bärenkrebs denn ganz ohne geht es nicht. Er
kommt als Frischfleischeinlage in die Suppe. Somit kennen wir nun die drei
Hauptbestandteile diese Spezialität.
- · Ein mittlerer Bärenkrebs
- · Den Fond aus der Bärenkrebs - Karkasse
- · Frische Kokosmilch oder entsprechend viel Kokosmilch aus der Dose.
Was wir sonst noch
brauchen:
- · Weiße Zwiebeln
- · Frischen und gehackten Knoblauch
- · Frischen Koriander oder Petersilie
- · Eine kleine Karotte, gewürfelt
- · Frischen Apio (grüner Stangensellerie) fein gewürfelt
- · Etwas Kokosöl zum anschwitzen
- · Etwas trockenen Weißwein zum ablöschen.
Zur Zubereitung:
Unserem frischen Bärenkrebs gehen wir wieder mit der
Geflügelschere zu Leibe und lösen ihn sauber aus. Das Krebs - Fleisch waschen
wir gut und tupfen es mit Küchenkrepp trocken. Als Garnitur schneiden wir pro
Person eine schöne dicke Medaillon - Scheibe und legen diese zur Seite. Den
rest hacken wir relativ fein und stellen ihn ebenfalls als Suppeneinlage zum
Gemüse.
Alles an Gemüse hacken wir in feine Würfel. Wir erhitzen in
einer passenden Kasserolle etwas frisches Kokosfett. Kokosfett hat einen sehr
hohen Brennwert – man kann es sehr stark erhitzen. Im heißen Fett braten wir
nun zuerst unser Krebsfleisch außer dem Garnitur – Krebsmedaillon gut an und geben dann das Gemüse und lassen es
gut glasig werden. Wir löschen nun mit
etwas trockenen Weißwein ab. Danach geben wir unseren vorbereiteten Krebsfond
dazu und füllen mit der Kokosmilch auf. Das lassen wir nun bei kleiner Hitze ca
15 – 20 Minuten leicht köcheln. Wir schmecken mit etwas Meersalz, frisch
gemahlenem Pfeffer leicht ab und erst kurz vor der Fertigstellung geben wir das
Medaillon dazu und lassen es kurz in der fast fertigen Suppe mitziehen.
Sollte unsere Suppe zu dünnflüssig sein geben wir etwas Roux
bei, bis wir die Konsistenz haben, die wir uns wünschen. Unsere Suppe ist
fertig…. Wir geben pro Person jeweils ein Medaillon in den Suppenteller füllen
mit der Suppe auf und garnieren mit einem Sträußchen frischer Petersilie oder
Koriander… das war´s! Guten Appetit!
Auf die gleiche Art bereite ich unsere Langusten - Suppe, Süsswasser –
Langustensuppe, Krebssuppe und Lambie - Creme….
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Zart gebratene Medaillons vom Bärenkrebs auf Cassabepads
Was ein Bärenkrebs ist, wissen wir mittlerweile. Wie man
sein Fleisch aus der Schale bekommt, habe ich auch beschrieben. Wenn man also
den ausgelösten Krebsschwanz oder die
komplette Masse vor sich hat, gleicht sie einem großen geputzten Scampi ohne Schale. Sie ist etwas weniger kompakt und ein mittlerer
Bärenkrebs von rund einem Pfund ergibt 2
schöne Medaillons. Nichts zum satt werden, versteht sich von selbst. Aber es
ist das pure Fleisch und der Ausgangspunkt für sehr edle Gerichte. Hier beginnt
nun die Kreativität des Koches oder der Köchin. Was kann man damit
zaubern? Lassen sie der Fantasie freien
Lauf und es fällt ihnen sicher was dazu ein!
Cassabe ist das Knäckebrot der Karibik! Wahrscheinlich
kennen sie dieses exotische Brot nicht und schon gar nicht im Zusammenhang mit
edler Küche. Hier bei uns in der Dominikanischen Republik bekommt man Cassabe eigentlich
überall – entweder als Industrieprodukt abgepackt im Supermarkt oder auf dem
Land bei spezialisierten Straßen - Bäckern, die damit ihren meist bescheidenen Lebensunterhalt
verdienen. Es gibt darum große Unterschiede
aber letztlich erinnert es zumindest mich an einen krossen Keks oder ein
knuspriges Fladenbrot. Wenn man es selber macht hat man ganz schön was zu tun;
das kann ich ihnen garantieren, denn die richtige Zubereitung ist relativ
aufwendig und man braucht die richtigen Zutaten und vor allem viel Zeit.
Man kann es sich vor Ort aber relativ einfach machen und kauft
Cassabe beim Bäcker seines Vertrauens. Mit einer runden Ausstechform bringt man
die passenden Pads dann schnell in Form und was man dann drauf tut, bleibt der
eigenen Fantasie überlassen. Snacks, Dips, Cassabe - Sandwiches, Unterlage für alles
Mögliche oder eben meine Bärenkrebsmedaillons!
Der Vorteil der vielseitigen Pads ist, sie nehmen Saucen gut
auf und wirken wie ein Schwamm. Und nun kommen wir meinem Casa de Norma Bärenkrebsspecial
langsam auf die Spur.
Wir haben also den ausgelösten Krebs, runde und sauber ausgestochene
Cassabe - Pads und auf der anderen Seite die Krebskarkassen und die Cassabe - Reste….
Wie ich schon mal bemerkte gibt es in meiner Küche so gut wie keine Abfälle.
Mit der Küchenaxt rücke ich den Krebskarkassen nun zu Leibe und zertrümmere sie
damit in würfelgrosse Stücke. Etwas Röstgemüse und viel Knoblauch bilden die
Grundlage für einen edlen und stark reduzierten Krebssud – die Basis meiner Soße. Cassabebrot - Reste sind die
Grundlage einer würzigen Panade für die Krebsmedaillons.
Der Fond köchelt mittlerweile 1,5 Stunden bei leichter Hitze
auf dem offenen Fogon. Ich gebe etwas Fischfond aus dem Tiefkühler zu und gebe dem
Sud weitere 20 Minuten Zeit. Etwas Bija (Annatoseeds) haben ihm seine typische
Rote Farbe gegeben – soviel Pigmet geben die Krebs - Karkassen ehrlich gesagt nicht
her. Aber so eine ordentliche Krebssauce sollte doch schon schön rot sein! Der Bija
wächst hinterm Haus und somit kein Problem etwas farblich nachzuhelfen! Die
durch den Wolf gedrehten Cassabereste ergeben eine flockiges Paniermehl, wenn
man es zusammen mit etwas Knoblauch und Koriander in der Pfanne anröstet. Der Sud
ist nun soweit! Er hat die richtige Konsistenz und wird durch ein Tuch
passiert. Der Rest ist für Rosita unser Hausschwein….
Später wird der Sud mit ein paar Butterflocken und einem
Hauch edlem Rum aufmontiert, bevor er letztlich den Teller verziert. Die
Medaillons werden hauchdünn mit ein paar Tropfen Olivenoel und frischer Limone parfümiert
und danach in der Cassabe & Kräuter - Panade gedreht. Sie werden sehr sanft
und leicht angebraten um später auf den Cassabe Pads drapiert zu werden….
Dazu gibt man etwas Kokosreis und als Garnitur gedämpfte
Gemüsesteifen. Guten Appetit!
Ceviche vom Bärenkrebs
Offizielle Definition aus Wikipedia
Ceviche (auch Cebiche oder Seviche)
ist ein Gericht, das aus Peru stammt[1] und mittlerweile in weiten Teilen
Lateinamerikas verbreitet ist.
Ceviche besteht in seiner ursprünglichen Form aus
kleingeschnittenem, rohem Fisch verschiedener Sorten, der ungefähr 15 Minuten
in Limettensaft mariniert wird. In Scheiben geschnittene rote Zwiebeln und in manchen Rezepten Rocoto, ein sehr scharfes, paprikaähnliches
Gemüse aus Peru, werden mit dem Fisch vermischt. Chemisch gesehen kommt es
aufgrund der in den Limetten vorhandenen Zitronensäure zu einer Denaturierung des Eiweißes,
ähnlich wie beim Kochen.
Je nach Land haben sich Variationen des Rezepts entwickelt. So
können zusätzlich verschiedene Meeresfrüchte wie auch Conchas Negras hinzugefügt werden, was dann die
Bezeichnung Ceviche Mixto trägt. In seiner bekanntesten Form
werden vorgekochte Shrimps,
gekochter Fisch oder alternativ Palmenherzen verwendet. Weitere Zutaten sind vor
allem Gemüsezwiebeln, Staudensellerie, Korianderblätter und Chilischoten.
In Peru wird Ceviche mit Süßkartoffeln,
geröstetemMais oder Yuca serviert, in Ecuador z.B. wird es mit
geröstetem Mais, Kochbananenchips und
Popcorn serviert. In Peru wird der Limettensaft mit Aji (molido - püriert),
einer besonderen Chili-Art, gewürzt. In Chile werden oft gehackte Tomaten
hinzugefügt.
Ceviche vom Bärenkrebs a la Casa de Norma
Eine edle Variante des
peruanischen Originals. Unser Ceviche kann
auch mit Languste, Shrips, Fischfilet oder Lambie gemacht werden oder als spannende
Kombination aus den verschiedenen Basis – Bestandteilen.
Pro Person rechne ich bei
einer normalen Portion mit 150 Gramm des Hauptbestandteils an Krebsfleisch oder
der jeweiligen Alternative pro Person. Wenn es um eine Vorspeise geht nehme ich
die Hälfte oder weniger, je nach Umfang der Menuefolge. Wenn es um eine
gemischte Vorspeisenplatte oder Picadera mit mindestens 5 verschiedenen
Bestandteilen geht, reiche ich 2 Einheiten Cevice pro Person.
Wie im vorherigen Beitrag
beschrieben, leistet meine alte Geflügelschere einen wichtigen Beitrag, um den
Bärenkrebs verlustfrei auszulösen. Für ein Ceviche verwende ich lediglich das kompakte
Schwanzfleisch. Der Rest wird für Anderes verwendet. Ich schneide den
Bärenkrebsschwanz nachdem er sauber geputzt und gewaschen wurde in mittlere
Würfel.
Zutaten:
·
Bärenkrebs gewürfelt
·
Rote Zwiebeln (ich schneide sie in Würfel)
·
Frischer Celandro, gehackt
·
Wenig Knoblauch, fein gehackt
·
Roter Apio, feingehackt - unser karibischer Paprika, welcher um einiges
dünnwandiger und intensiver als normaler Gemüsepaprika ist
·
Genug frischen Limettensaft damit das Ganze zwar nicht darin
schwimmt aber auch nicht zu trocken ist….
·
Etwas frisches Kokosöl oder natives Olivenöl falls Kokosöl
nicht vorhanden
·
Statt allzu scharfem Chili nehme ich lieber frische
Papayasamen, wenn welche vorhanden sind. Diese verleihen dem Ceviche die nötige
und trotzdem erfrischende Schärfe und einen speziellen Geschmack.
·
Für Genießer und Kenner – wenn man den frischen Limettensaft
im Verhältnis 1 zu 3 mit einem guten
extra Viejo (alter Rum) mischt bekommt mein Ceviche seine sehr spezielle Note!
Ich serviere unser Ceviche
auf einem Salatbett aus Lechuga. Wäre
ich in Europa tätig entweder auf Chicorée oder knackigem Feldsalat. Dazu serviere ich unser hausgemachtes
Brot oder Yuccabrot.
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