Sonntag, 2. August 2015

Zart gebratene Medaillons vom Bärenkrebs auf Cassabepads

Was ein Bärenkrebs ist, wissen wir mittlerweile. Wie man sein Fleisch aus der Schale bekommt, habe ich auch beschrieben. Wenn man also den ausgelösten  Krebsschwanz oder die komplette Masse vor sich hat, gleicht sie einem  großen  geputzten Scampi ohne Schale.  Sie ist etwas weniger kompakt und ein mittlerer Bärenkrebs von rund einem Pfund  ergibt 2 schöne Medaillons. Nichts zum satt werden, versteht sich von selbst. Aber es ist das pure Fleisch und der Ausgangspunkt für sehr edle Gerichte. Hier beginnt nun die Kreativität des Koches oder der Köchin. Was kann man damit zaubern?  Lassen sie der Fantasie freien Lauf und es fällt ihnen sicher was dazu ein!

Cassabe ist das Knäckebrot der Karibik! Wahrscheinlich kennen sie dieses exotische Brot nicht und schon gar nicht im Zusammenhang mit edler Küche. Hier bei uns in der Dominikanischen Republik bekommt man Cassabe eigentlich überall – entweder als Industrieprodukt abgepackt im Supermarkt oder auf dem Land bei spezialisierten Straßen - Bäckern, die damit ihren meist bescheidenen Lebensunterhalt verdienen. Es gibt darum  große Unterschiede aber letztlich erinnert es zumindest mich an einen krossen Keks oder ein knuspriges Fladenbrot. Wenn man es selber macht hat man ganz schön was zu tun; das kann ich ihnen garantieren, denn die richtige Zubereitung ist relativ aufwendig und man braucht die richtigen Zutaten und vor allem viel Zeit.

Man kann es sich vor Ort aber relativ einfach machen und kauft Cassabe beim Bäcker seines Vertrauens. Mit einer runden Ausstechform bringt man die passenden Pads dann schnell in Form und was man dann drauf tut, bleibt der eigenen Fantasie überlassen. Snacks, Dips,  Cassabe - Sandwiches, Unterlage für alles Mögliche oder eben meine Bärenkrebsmedaillons!  

Der Vorteil der vielseitigen Pads ist, sie nehmen Saucen gut auf und wirken wie ein Schwamm. Und nun kommen wir meinem Casa de Norma Bärenkrebsspecial langsam auf die Spur.

Wir haben also den ausgelösten Krebs, runde und sauber ausgestochene Cassabe - Pads und auf der anderen Seite die Krebskarkassen und die Cassabe - Reste…. Wie ich schon mal bemerkte gibt es in meiner Küche so gut wie keine Abfälle. Mit der Küchenaxt rücke ich den Krebskarkassen nun zu Leibe und zertrümmere sie damit in würfelgrosse Stücke. Etwas Röstgemüse und viel Knoblauch bilden die Grundlage für einen edlen und stark reduzierten Krebssud – die Basis  meiner Soße. Cassabebrot - Reste sind die Grundlage einer würzigen Panade für die Krebsmedaillons.  
Der Fond köchelt mittlerweile 1,5 Stunden bei leichter Hitze auf dem offenen Fogon. Ich gebe etwas Fischfond aus dem Tiefkühler zu und gebe dem Sud weitere 20 Minuten Zeit. Etwas Bija (Annatoseeds) haben ihm seine typische Rote Farbe gegeben – soviel Pigmet geben die Krebs - Karkassen ehrlich gesagt nicht her. Aber so eine ordentliche Krebssauce sollte doch schon schön rot sein! Der Bija wächst hinterm Haus und somit kein Problem etwas farblich nachzuhelfen! Die durch den Wolf gedrehten Cassabereste ergeben eine flockiges Paniermehl, wenn man es zusammen mit etwas Knoblauch und Koriander in der Pfanne anröstet. Der Sud ist nun soweit! Er hat die richtige Konsistenz und wird durch ein Tuch passiert. Der Rest ist für Rosita unser Hausschwein….
Später wird der Sud mit ein paar Butterflocken und einem Hauch edlem Rum aufmontiert, bevor er letztlich den Teller verziert. Die Medaillons werden hauchdünn mit ein paar Tropfen Olivenoel und frischer Limone parfümiert und danach in der Cassabe & Kräuter - Panade gedreht. Sie werden sehr sanft und leicht angebraten um später auf den Cassabe Pads drapiert zu werden….

Dazu gibt man etwas Kokosreis und als Garnitur gedämpfte Gemüsesteifen. Guten Appetit!

Ceviche vom Bärenkrebs

Offizielle Definition aus Wikipedia
  Ceviche (auch Cebiche oder Seviche) ist ein Gericht, das aus Peru stammt[1] und mittlerweile in weiten Teilen Lateinamerikas verbreitet ist.
Ceviche besteht in seiner ursprünglichen Form aus kleingeschnittenem, rohem Fisch verschiedener Sorten, der ungefähr 15 Minuten in Limettensaft mariniert wird. In Scheiben geschnittene rote Zwiebeln und in manchen Rezepten Rocoto, ein sehr scharfes, paprikaähnliches Gemüse aus Peru, werden mit dem Fisch vermischt. Chemisch gesehen kommt es aufgrund der in den Limetten vorhandenen Zitronensäure zu einer Denaturierung des Eiweißes, ähnlich wie beim Kochen.
Je nach Land haben sich Variationen des Rezepts entwickelt. So können zusätzlich verschiedene Meeresfrüchte wie auch Conchas Negras hinzugefügt werden, was dann die Bezeichnung Ceviche Mixto trägt. In seiner bekanntesten Form werden vorgekochte Shrimps, gekochter Fisch oder alternativ Palmenherzen verwendet. Weitere Zutaten sind vor allem Gemüsezwiebeln, Staudensellerie, Korianderblätter und Chilischoten. In Peru wird Ceviche mit Süßkartoffeln, geröstetemMais oder Yuca serviert, in Ecuador z.B. wird es mit geröstetem Mais, Kochbananenchips und Popcorn serviert. In Peru wird der Limettensaft mit Aji (molido - püriert), einer besonderen Chili-Art, gewürzt. In Chile werden oft gehackte Tomaten hinzugefügt.
Ceviche vom Bärenkrebs a la Casa de Norma
Eine edle Variante des peruanischen  Originals. Unser Ceviche kann auch mit Languste, Shrips, Fischfilet oder Lambie gemacht werden oder als spannende Kombination aus den verschiedenen Basis – Bestandteilen.
Pro Person rechne ich bei einer normalen Portion mit 150 Gramm des Hauptbestandteils an Krebsfleisch oder der jeweiligen Alternative pro Person. Wenn es um eine Vorspeise geht nehme ich die Hälfte oder weniger, je nach Umfang der Menuefolge. Wenn es um eine gemischte Vorspeisenplatte oder Picadera mit mindestens 5 verschiedenen Bestandteilen geht, reiche ich 2 Einheiten Cevice pro Person.
Wie im vorherigen Beitrag beschrieben, leistet meine alte Geflügelschere einen wichtigen Beitrag, um den Bärenkrebs verlustfrei auszulösen. Für ein Ceviche verwende ich lediglich das kompakte Schwanzfleisch. Der Rest wird für Anderes verwendet. Ich schneide den Bärenkrebsschwanz nachdem er sauber geputzt und gewaschen wurde in mittlere Würfel.
Zutaten:
·         Bärenkrebs gewürfelt
·         Rote Zwiebeln (ich schneide sie in Würfel)
·         Frischer Celandro, gehackt
·         Wenig Knoblauch, fein gehackt
·         Roter Apio, feingehackt -  unser karibischer Paprika, welcher um einiges dünnwandiger und intensiver als normaler Gemüsepaprika ist
·         Genug frischen Limettensaft damit das Ganze zwar nicht darin schwimmt aber auch nicht zu trocken ist….
·         Etwas frisches Kokosöl oder natives Olivenöl falls Kokosöl nicht vorhanden
·         Statt allzu scharfem Chili nehme ich lieber frische Papayasamen, wenn welche vorhanden sind. Diese verleihen dem Ceviche die nötige und trotzdem erfrischende Schärfe und einen speziellen Geschmack.
·         Für Genießer und Kenner – wenn man den frischen Limettensaft im Verhältnis 1 zu 3  mit einem guten extra Viejo (alter Rum) mischt bekommt mein Ceviche seine sehr spezielle Note!
Ich serviere unser Ceviche auf einem Salatbett aus Lechuga.  Wäre ich in Europa tätig entweder auf Chicorée oder knackigem  Feldsalat. Dazu serviere ich unser hausgemachtes Brot oder Yuccabrot.


Samstag, 1. August 2015

Ein seltsamer Geselle – der Bärenkrebs

Den ersten Beitrag dieser neuen Kochstory Serie widme ich einem alten Freund aus der Schweiz. Es ist der Jüre aus Thun, der dort die legendäre Schlossbergbar betreibt. Jüre war und ist ein Wichtiger Mensch in meinem Leben. Er war der Captain und Skipper mit dem ich das erste mal in die Karibik kam. Das ist sehr lange her und er schipperte uns, eine Gruppe von alten Freunden durch die karibische Inselwelt und ich als damaliger Hotelier und gelernter Koch fühlte mich für das leibliche Wohl der Crew verantwortlich – was mit großen Spaß machte und bei den anderen stets gut ankam. So kann’s gehen und aus dem Hobbysmutje von damals  wurde im Lauf der Jahre der Manzana. Liebe geht durch den Magen und das stimmt auch heute noch…. Also Jüre!



Ansichtssache … wenn man den Bärenkrebs sieht, scheint er die Fantasie des Betrachters zu beflügeln. Zugegeben, schön find auch ich ihn nicht; aber mal im Ernst,  ist eine Languste ein schönes Tier?  Mit den großen Stacheln und Haken auf ihrem Rückenpanzer…. Die sie ja nicht umsonst hat!

Der Bärenkrebs erinnert an eine Strandlatsche! Oder noch gruseliger an eine riesige Kakerlake! Die spanisch sprechenden Menschen sehen das auch so und nennen das Schalentier Cucaracha del Mar. Nicht besonders schmeichelhaft für einen Verwandten  der Familie der Langusten oder der Schalentiere. Seine platte Schale und der ebenso platte Schwanz birgt aber einen echten Leckerbissen.  

Und genau darum geht es doch! Aus dem hässlichen Kerl lässt sich nämlich Wunderbares kochen… oder zubereiten. Zuerst muss man ihm natürlich zu Leibe rücken und das mache ich am liebsten mit meiner guten alten Geflügelschere. Natürlich kann man den Kerl auch einfach ins kochende Meerwasser schmeißen, aber dann hat man das Übliche und muss ihn später aus der Schale puhlen. Eins ist sicher – auch der hässliche Kerl wechselt dabei die Farbe und wenn man ihn vorher sauber abgebürstet hat wird er dann knallrot.

Puristen lieben diese Variante und dazu ein lecker Sösschen oder einfach etwas geviertelte  Limone und ein frisches Baguette und gut ist. Natürlich ein trockener Weißwein oder ein eiskalter Rose dazu und was will man mehr.

Kommen wir zurück zur Schere oder eventuell dem großen Schlagmesser. Soll der Krebs später auf den Grill, dann sollte man ihn zuerst beherzt sauber halbieren. Da eignet sich das Schlagmesser, wenn man das gut kann. Den halbierten Krebs befreit man danach von allem, was nicht essbar ist am besten unter fließendem kalten Wasser.

Und jetzt streiten sich die Geister – Krebs nun auslösen und marinieren oder ihn lieber  in der Schale lassen und etwas puristisch einfach mit Limone und Olivenöl beträufeln und ab auf den Grill? Wenn man einen Insel - Franzosen fragt, wird er wohl die zweite Variante wählen. Das ist hier aber auch derjenige,  der hier gerne  in seinen Rose und Rotwein faustdicke Eiswürfel schmeißt und seinen Krebs nach dem Grillen auspuhlt. Fundamentalist!

Also ich sehe das anders und mache es meinen Gästen etwas leichter. Ich löse den Krebs sauber aus, mariniere ihn etwas aufwendiger und dann darf er zurück in seine Schale und so kommt er auf den gut temperierten Grill… das erspart das lästige puhlen und der Kerl gart im eigenen  und zugefügten Saft. Und die Hausfrau dankt, weil die Tischdecke das Festmahl zivilisiert und ohne grosse Flecken übersteht. Macht doch Sinn? Ich frage also zuvor meine Gäste ob´s gesittet oder archaisch sein darf.
Um auf die Geflügelschere zurück zu kommen. Wenn man den Krebs zuerst halbiert,  halbiert man auch das inwendige Fleisch und echte Genießer wollen ja eigentlich  das Fleisch und die Schale ist eher nebensächlich. Mit der Geflügelschere kann man den Krebs seitwärts so aufschneiden, das man danach das Fleisch komplett und fast verlustfrei auslösen kann. Das Filet sozusagen. Damit lassen sich dann ganz andere Sachen machen, statt ihn einfach nur auf dem Grill zu malätrieren.

Feine Ragouts, zart gebratene Krebsschwanz – Scheiben, roh mariniertes Krebscarpaccio oder Cheviche, Krebsuppen - Einlagen oder einfach alles was das kulinarische Herz begehrt. Nichts steht dem mehr im Wege. Aus der Schale werden zum Beispiel Dekorationselemente oder gut Gekocht die Basis für Suppen und Saucen oder geröstet und im Mörser zerstampft und mit Butter oder edlem Öl feine Krebs - oder Hummerbutter etc. Sie sehen und lesen und schmecken  – hier kommt der Koch ins Spiel.

Anmerkung von mir – in der guten Küche gibt es keine Suppenwürfel oder gekaufte Hilfsmittelchen, ohne die die normale Hausfrau heute fast nicht auskommt. Es gibt auch keinen Abfall oder so gut wie nicht – alles kann verwertet werden, was zwar Zeit kostet aber letztlich eben der feine Unterschied ist. Zumindest ich halte es so…

Also da haben wir nun den gluschtigen Bärenkrebs und daraus kann man sehr viel machen?

  • ·         Bärenkrebs vom Grill
  • ·         Zart gebratener ganzer Bärenkrebsschwanz mit diversen Saucen oder verschiedenen Buttersorten.
  • ·         Bärenkrebs Schwanz Medaillons gedünstet…und auf verschiedene Artem verfeinert.
  • ·         Bärencrebskarpaccio
  • ·         Bärenkrebscheviche
  • ·         Klare Bärenkrebsuppe
  • ·         Verschiedene Bärenkrebs - Cremesüppchen
  • ·         Salate, Snacks, Füllungen für Enchilladas, Pizza, Füllungen für edle, hausgemachte Pastas und vieles mehr.


Rezepte gibt es dann auch noch aber nicht heute…


Langusten sind nicht gleich Langusten

Eine der beliebtesten Spezialitäten unserer Gäste aus aller Welt sind Langusten. Das mag daran liegen, dass diese leckeren Unterwassser - Krabbler für die Einen zuhause  fast unbezahlbare Spezialitäten aus dem Feinkosthandel sind, für Andere ist das edles Lifestylefood.  Und letztlich ein „banaler“ Grund;  weil sie nicht so leicht zu handhaben und zuzubereiten sind.  Hier bei uns auf Samana sind sie alltäglich und hier bei uns gehören sie praktisch zum guten Ton. Karibik ist gleich Languste!

Der daraus resultierende Nachteil ist ebenso banal, weil das Meer aus diesem Grund rettungslos und andauernd überfischt wird. Dem Gast spielt das keine grosse Rolle er bezahlt und genießt… bloß wie lange noch? Es gibt bald keine lebendfrischen Langusten mehr. Darum hat man Schonzeiten eingeführt, an die sich aber nur wenige halten. Ich als Gastronom und Koch biete ihnen nie eine frische Languste in der Schonzeit an und reagiere relativ sauer, wenn ich während der Schonzeit danach gefragt werde. Ich habe Respekt vor der Natur und sie liegt mir am Herzen. Soviel vorweg! Das war genug mahnender Zeigefinger…. Kommen wir zum informativen und genüsslichen Teil.

Bei uns gibt es neben der normalen Languste (oder Spinny Lobster auf englisch) auch andere maritime Schalentiere, die ich persönlich zum Teil noch mehr schätze. Diese gehören bis jetzt auch hier zu den Spezialitäten und man bekommt sie vor Ort entsprechend wenig angeboten. Wer kann der darf und darum kann es bei mir auch mal eine blaue Süßwasserlanguste (Camaron del Rio), eine Königskrabbe oder ein relativ exotischer Bärenkrebs (Cigale) sein. Daneben gibt es Flusskrebse und Landkrebse, Meeres - Schnecken, verschiedenste Muscheln und Austern, Seeigel und andere Exoten. Um diese frisch zu besorgen, bedarf es einer mittelfristigen Reservation und mindestens 6 Personen, ansonsten kann der Genuss auch hier etwas teurer werden, weil wir diese Spezialitäten nicht auf Vorrat lagern.

Wir bereiten eigentlich alles frisch und meistens auch etwas anders als die anderen Anbieter zu, als man es hier sonst so angeboten bekommt. Das ist der Unterschied. Ich selber bin kein Purist und hab was gegen selbsternannte (Sofa) Gourmets, die einem hier manchmal leider über den Weg laufen oder letztlich am Tisch sitzen. Das ist eine Spezies von Mensch deren ausgeprägter und ganz besonders sensibilisierter Geschmack meine gastrophilen Nerven überstrapaziert. Das gleiche Problem habe ich mit Leuten, die mich schlicht unterfordern.

Darum gibt es bei uns auch keine deutsche oder Schweizer Küche auch wenn es hier Leute gibt, die dafür meilenweit fahren. Das ist nicht mein Ding und wenn schon Landesküche, dann in der Casa de Norma die Dominikanische oder Kreolische Küche. Wer Pommes mit Hamburger will oder umgekehrt, der geht besser zum Amerikaner, der das ganz toll macht.

Aber es geht in diesem Beitrag eigentlich um Schalentiere und nicht um Befindlichkeiten.

Auch die gepanzerten Leckereien aus dem Meer  und vom Land kann man überfordern, in dem man sie zum Beispiel „zu Tode“ kocht, sprich zulange gart oder sie unsachgemäß behandelt oder sie schlicht als reine Devisenbringer betrachtet und entsprechend lieblos damit umgeht. Das haben sie nicht verdient! Langusten & Co.sind nicht umsonst relativ teuer und aus meiner Sicht verlangen sie darum einer fundierten Vor - und Zubereitung. Dabei geht es auch um das anschließende Essvergnügen, das ich dem Gast nicht mit komplizierter Handhabung vermiesen will. Ich serviere Langusten so, das man sie einfach mit Messer und Gabel genießen kann und keine Spezialwerkzeuge wie Scheren oder Nadeln zu Hand nehmen muss. Trotzdem landet bei uns eigentlich alles auf dem Teller außer klibberige Innereien wie Langustenrogen, die bei anderen Anbietern gerne auch dazu gehören. Wir nehmen die Langusten sauber aus, bevor sie auf dem Grill oder im Topf landen. Und wenn wir sie kochen, dann nur in reinem Meerwasser. Das kostet etwas mehr, da wir ein paar Kilometer vom Meer entfernt sind und es erst heranschaffen müssen.

Ich serviere Schalentiere gerne mit einer leicht pikanten Sc. Rouille oder einer frischen und würzigen Aioli, wer gerne viel Knoblauch hat. Oder soll es lieber ein Langusten Carpaccio sein oder gar ein Langusten Cevice sein? Auch eine Langusten Creme als Suppe ist im Programm oder ein leckerer Langustensalat, lauwarm serviert.

Wer Langusten / Schalentiere schlemmen will, bezahlt bei uns nach Roh - Gewicht. Der Preis wird pro Person nach Pfund berechnet und das gängige Gewicht sind 1,5 Pfund pro Person.


Das ist ein überarbeiteter Beitrag. In dieser neuen Version werde ich mit den Folgenden Beiträgen auf die Spezialitäten im Einzelnen eingehen. Also freuen sie sich auf Rezepte, Tipps und Tricks der Casa de Norma Küche.

Donnerstag, 9. April 2015

Wir üben Gelassenheit!

Eigentlich dürfte ich das Folgende nicht schreiben. Denn ich lebe ja für die Meisten im sogenannten Paradies und da sollte es ja vermutet wahrhaft paradiesisch zugehen. Wir Zugezogenen haben hier darum unsere eigenen Strategien entwickelt, um selbst „paradisisch“ über die Runden zu kommen. Wir sind klar ausgedrückt sicher keine Meister in Sachen „karibischer Leichtigkeit des Seins“, weil uns unsere eigenen Mentalität „mit der Muttermilch eingeimpft wurde“. Solange wir von unserem täglichen Tun überzeugt sind, arbeiten hier normalerweise vehement daran und das macht hier jeder Zugezogene auf seine ureigene Art. Ich selber übe mich z.B. vehement in gelebter Gelassenheit. Dieses Rezept habe ich von einem hier verstorbenen Freund, bei dem das selber leider nicht geklappt hat. Dafür hat er seither seine unendliche Ruhe – er ruht auf dem Friedhof in Las Terrenas.  Er ist nicht der einzige, sondern in guter Gesellschaft. Leben und Leben lassen… das gilt auch hier!

Diese Gelassenheit zu üben, fällt mit selber ab und an schwer! Ich kann es drehen wie ich will. Denn die lokale Realität vor Ort holt mich Tag für Tag aufs Neue wieder gnadenlos ein und sie zeigt mir dabei ihr wahres Gesicht. Das ist jedoch nicht immer schön, sondern manchmal schlicht hässlich. Sie tarnt sich zudem oft spöttisch hinter der vermeintlichen, „tropischen Gelassenheit“. Die vielzitierte tropische Gelassenheit ist oft nichts weiter als die Hilflosigkeit der Menschen, die in ihrem hier gelebten System gefangen sind, in dem so gut wie nichts so richtig funktioniert. Das muss man wissen….

Man könnte nun behaupten, es funktioniert genau wegen den Menschen nicht und da ist sicher was dran. Wenn  Nichtfunktionieren jedoch die Regel ist, nutzt das den Willen all der echt bemühten Leute mehr und mehr ab, selber etwas bewirken zu wollen!  So entsteht meiner Meinung nach die hier von den Menschen so vehement gelebte Lethargie. Die Menschen leben nach dem Motto – „Warum soll man sich eigentlich anstrengen, wenn es letztlich ja doch absolut nichts oder nicht viel bringt!“  Somit ist hier die Erwartungshaltung eigentlich fast gleich null, es sei denn, die Menschen werden durch falsche Versprechen zum Handeln genötigt. Oder sie haben die nötigen Mittel welcher Art auch immer, aber wer hat die schon – ich jedenfalls nicht! Lol….

Das passiert zum Beispiel durch stets großartige Versprechungen sogenannter zukünftiger Investoren. Dabei ist es ganz egal ob es dabei um große oder kleine Investitionen geht. Denn auch diese unterliegen dem bestehenden System. Investitionen sind somit oft nur Wunschdenken!  Verkündet werden sie z.B.  gerne bei politischen Veranstaltungen, den Wahlen, nach wilden und spontanen Streiks, bei Nachbarschafts- oder privatem Streit z.B. oft um Landrechtsfragen, Eigentumsverhältnissen, etc. …  

Dann entlädt sich hier der aufgestaute Frust explosionsartig von null auf hundert und es kann dabei durchaus auch zur noch größeren  Auseinandersetzungen kommen. Das passiert hier übrigens öfters als man denkt. Menschen rasten hier innert Minuten aus. Dann kommen weitere Versprechungen oder ein Teil der angekündigten Investitionen, um die angespannte Lage zu entschärfen und dann?

Ist oder war das nun Affekt? Irgendetwas hat das Fass mal wieder Mal zum überlaufen gebracht….Danach herrscht wieder die übliche Lethargie, als sei zuvor nichts gewesen! Der Teppich hebt sich und der Anstoß zum Eklat verschwindet zumindest für den Moment und dort ruht er dann….  Aber ist immer noch da! Es fragt sich; wie lange!  Für viele ist das so entstandene Unverständlich die gelebte Realität.

Beispiel: Seit Wochen macht uns das normale Internet Probleme und seit Tagen ist das Internet wieder praktisch ganz zum erliegen gekommen. Wenn man nun höflich nachfragt, heißt es  bei Claro oder Orange (die grossen Internetanbieter) man habe technische Probleme. Das ist mehr als offensichtlich, beantwortet die Frage aber nicht im Geringsten. Es wird natürlich  nicht erklärt, was das für Probleme sind, wo diese Probleme auftreten, ob es lokale oder flächendeckende Probleme sind. Nicht alle haben diese Leader als Anbieter und nicht alle sind via WIFI online – keiner weiß letztlich Bescheid. Bloß das es eben so ist! Das ist Alltag im „Paradies“!  Bei aller gelebter Gelassenheit nervt das ungemein!


Somit sei das mal wieder gesagt! …..

Mittwoch, 8. April 2015

SELBST GEBACKENES KOKOS(MILCH) BROT

Sonntag morgens, Wochenende und ein echt, karibisches Frühstück… was gibt es Schöneres! Eine karibische Brotspezialität soll den Tag einläuten und was gibt es Besseres als ein frisch gebackenes Kokosbrot – egal ob süß mit selbstgemachter karibischer Marmelade oder dezent und neutral für alles was dein Herz auf der leckeren Stulle begehrt. Gesund ist es allemal. Selber backen ist jetzt angesagt und es ist sicher kein Hexenwerk; bloß etwas Arbeit. Aber der Genuss belohnt dafür jeden, der solch ein herzhaftes Brot selber gebacken hat. Keine Angst, die Zutaten gibt es hier in der Karibik überall oder einfach frisch vom Baum (sorry, von der Palme). Auch in Europa oder sonstwo ist das keine große Sache, wenn man weiß, wo man die Zutaten einkaufen kann.

Aber was ist eigentlich Kokosmilch?

Wir kennen Kokosmilch, Kokoswasser oder Crema de Coco, die auch als Kokossahne bezeichnet wird ? Was ist eigentlich was? Bei vielen Menschen  aus nicht tropischen Ländern herrscht Verwirrung darüber, was echte Kokosmilch überhaupt ist.

Ein kurzer Exkurs! Wenn Sie ein Loch in eine Kokosnuss bohren, einen Strohhalm hineinstecken und diese hoffentlich frische  Kokosnuss genüsslich austrinken, dann genießen sie das Kokoswasser. Das nennt man bei uns in der Karibik eine Trinkcoco. Das ist aber nicht die Kokosmilch.

Weiter geht’s! Wenn Sie nach diesem sehr erfrischenden und gesunden Drink die Nuss mit einer Machete aufschlagen, das weiße und noch labberige Fruchtfleisch heraus schaben, es zusammen mit etwas warmem Wasser in einen elektrischen Mixer geben, es gründlich mixen und dann diese Mischung gut in einem feinen Sieb auspressen, dann haben Sie frische Kokosmilch. Milch deswegen, weil die Flüssigkeit weiß wie Milch ist; soweit klar?

Würden Sie  diese sogenannten  Milch nun z.B. einen Tag stehen lassen, würde sich der reine Fettanteil der Kokosmilch oben absetzen (Fett schwimmt….), so dass Sie ihn sauber abschöpfen können. Das ist die reine Crema de Coco (Kokossahne).

Soviel in wenigen Worten! Aber wir wollen ja ein Brot backen!

Zutaten: für 1 Kastenbrot (4 – 6 Personen)

·         300 ml  Kokosmilch (aus der Dose mit Raumtemperatur) oder enstsprechend viel selbst gemachte Kokosmilch (siehe Rezept)
·         4 ganze, verquirlte Eier mit Raumtemperatur 
·         1/4 Tasse lauwarmes, reines Kokosöl 
·         1 EL Apfelessig 
·         2 große Tassen oder  250 g normales Mehl
·         1/2 Tasse oder 50g getrocknete Kokosraspel oder 150 g frische Kokosraspel (gut ausgedrückt)
·         1 TL Meersalz 
·         1 gehäufter Esslöffel Backpulver
·         und 1 EL Honig
·         Bei süßem Brot: entweder 1 ganze Tasse Kokoszucker oder eine 3/4 Tasse brauner Zucker

Anleitung:
·         den Backofen (mit Ober und Unterhitze) gut vorheizen (Gas Stufe 2)
·         alle trockenen Zutaten in einer Rührschüssel mit dem Schneebesen gut unterrühren und beiseite stellen. 
·         die feuchten Zutaten in eine mittelgroße Schüssel geben und mit einem elektrischen Mixer oder von Hand mit dem Schneebesen glattrühren.
·         Die trockenen Zutaten langsam unterrühren (funktioniert am Besten mit einem elektrischen Mixer)
·         Mit einem Spachtel der Teig in eine eingefettete und mit Backpapier ausgekleidete Kasten - Form füllen und leicht andrücken.
·         Im vorgeheizten Ofen ca. 70 Minuten backen. 
danach das Brot in der Form auf einem Gitter langsam auskühlen lassen und dann aus der Form nehmen, Papier entfernen
·         Guten Appetit

Tipp: Machen sie besser gleich 2 Brote, denn das erste wird meist sofort verspeist….

Und überhaupt! Kokosmilch statt Kuhmilch?
Während sich Kuhmilch und damit auch die Sahne daraus in den letzten Jahrzehnten immer mehr zu einem Industrieprodukt aus einer nicht gerade tierfreundlichen Massentierhaltung entwickelt hat, ist Kokosmilch – wenn sie in hoher Qualität gekauft wird - noch immer das unverfälschte Naturprodukt, das vielen Völkern in tropischen Ländern und Inseln als eines der Grundnahrungsmittel dient.

Verdünnte Kokosmilch ist ein nährstoffreicher und wohlschmeckender Ersatz für Kuhmilch. Sie ergänzt den Geschmack von Ananas, Pfirsich, Mango und vielen anderen Früchten ganz hervorragend und kann daher zur Zubereitung von Früchte-Smoothies oder Desserts eingesetzt werden.

Aus der asiatischen und karibischen Küche stehen ferner viele Rezepte für Suppen, Saucen sowie für Gemüse- und Fleischgerichte zur Auswahl, die mit Kokosmilch zubereitet werden.

Wie bei nahezu allen Lebensmitteln, gibt es auch bei Kokosmilch gravierende Qualitätsunterschiede. Achten Sie auf Bio-Qualität, da die Kokosnüsse dann ohne Chemikalien und in ökologischen Mischkulturen kultiviert wurden.

Bio-Kokosmilch weist meist auch einen höheren Kokosanteil auf und sie ist dickflüssiger und ergiebiger. Bio-Kokosmilch wird ohne jeglichen Zusatzstoffe abgefüllt, enthält keine Konservierungs- oder Verdickungsmittel.
Eine geöffnete Kokosmilch-Dose wird am besten in einen verschließbaren Glasbehälter gefüllt und kann im Kühlschrank bis zu vier Tage aufbewahrt werden.

Donnerstag, 2. April 2015

Semana Santa – Ostern 2015

Ostern steht vor der Türe. Heute ist Gründonnerstag, morgen gibt es Fisch und dann kann der Osterhase so langsam seine Eier legen….. irgendwas bringe ich da durcheinander!?
Seit Jahren schreibe ich an Ostern Beiträge zum aktuellen Anlass und da ich bekanntlich auf der „schönsten Halbinsel der Welt“ oder Samana lebe sind die meist sehr karibisch bunt wie eure Ostereier und machen den Lesern Spaß.

Oster oder Semana Santa, wie man hier sagt ist Ende und zugleich Anfang. Ende der sogenannten (touristischen) Hochsaison und somit Anfang der Nebensaison. Ende der Völlerei und Beginn der Fastenzeit?  Das ist Ansichtssache! Mit vollem Mund soll man ja nicht sprechen und das gleiche gilt für volle Hotels, überlaufene Traumstrände oder überzogene Erwartungen. Semana Santa ist der absolute Höhepunkt und wenn ich an Las Terrenas und all die Lawinenverbauungen am Strand denke, bin ich ehrlich gesagt froh das ich in Arroyo de Cabo bei Las Galeras lebe. Wer eine Dominikanische Semana Santa nicht kennt oder noch nicht am eigenen Leib erlebt hat, der weiss sicher nicht was ich damit meine.

Item, man könnte es auch als Karibisches Oktoberfest bezeichnen – es wird „die Hölle los sein“ obwohl es doch eher was mit Himmel zu tun hat! Lassen wir mal die biblische Sicht auf Ostern beiseite und bleiben mit beiden Beinen auf dem Boden. Ab morgen wird eine Lawine auf Samana zurollen, eine Art binnen - touristischer Tsunami. Diese Welle bewegt sich im oder durch das ganze Land und zwar aus allen Ballungsgebieten überall dorthin, wo es besonders schön ist – sprich an die bekannten Badeorte, die Traumstrände, etc.

Um Lawinen aufzuhalten braucht man Lawinenverbauungen. Diese gibt es auf Zweierlei Art. Erstens in Form von Verkehrskontrollen um den Verkehr zu beruhigen, als markierte Parkplätze an den Stränden oder in den Orten mit Wachdienst, um das heilige Blech zu kanalisieren.  Zweitens, um die Menschen nicht auf die Strandpalmen klettern zu lassen. Darum braucht es Bühnen und Laufstege, überdimensionierte PA Anlagen und jede Menge Fressstände & mobile Presidente – Bars, genug Mobiltoiletten, Mülltonnen etc. Man erwartet schließlich einen menschlichen Tsunami – oder die riesige Umsatzwelle, das Geschäft des Jahres. Also baut man Lawinenverbauungen.

Übrigens; Der Osterhase hoppelt hier nicht rum… hier gibt es ganz andere Hasen aller Hautfarben und Ostereier kennt man hier auch nicht, dafür Schnapsleichen….und darum braucht es mobile Notfallstationen; wenn zum Beispiel Papi seine Gallone Rum nicht vertragen hat. Da er nicht alleine säuft, sondern im Rudel, ist das ein ernst zu nehmendes Problem. Das Rote Kreuz und all die freiwilligen Helfer werden alle Hände voll zu tun haben.

Und La Casa de Norma? Ja, die liegt ja nun an einer gut ausgebauten Straße zur Playa Rincon und ab morgen wird diese Dominikanische Blechlawine uns auch streifen. Streichen bedeutet, es wird viel Verkehr geben und falls es zum Stau kommt, verkaufen wir Beruhigungsmittel und Fensterfood. Fensterfood ist das was, man an einen Drive In bekommt und wir sind kein Drive In sondern ein Drive vorbei…. Aber….  manchmal stockt der Verkehr.


Wir wünschen allen eine tolle Semana Santa 2015  oder Frohe Ostern! Danach ist wieder alles beim Alten und es wird herrlich ruhig. Garantiert!

Hier noch eine bunte Auswahl an Bildern der Dominikanischen Semana Santa - diese fotos sind nicht von mir!

ganz schön was los hier!

Strandhasen 

auch die weniger Betuchten wollen ihren Badespass

man baut Pools für das Volk

die freiwilligen Helfer sind im ganzen Land aktiv

typisches osterliches Strandvergnügen

Strandhasen 2

osterliche Strandhasen am Abend

wenn der Tümpel dümpelt

auch die Offiziellen haben alle Hände voll zu tun

hier hat es eine Mama erwischt....

alles im Blick - der Strandwächter

für das leibliche Wohl wird überall im Land gesorgt