Samstag, 7. Dezember 2013

Kolumne - Alte Liebe rostet nicht


Eine Betrachtung über das Leben auf Samana

Das Problem begann, als ich das erste Mal 1998 mit dem Taxi über den Pass von Sanchez nach Las Terrenas kam. Es war einfach unbeschreiblich! Solch einen atemberaubenden Blick auf den unter mir liegenden Atlantik wie der Ausblick oben in Los Fuentes hatte ich damals nicht erwartet. Der sich tief unten weit ausbreitende, blaue Ozean, die schier endlosen Palmenwälder wohin man auch das Auge wand, die eierschachtelförmigen Hügel rund um mich herum, damals all die bunten Holzhütten und das beständige Summen von Insekten in der Luft wirkten hier zusammen und es war um mich geschehen. Damals ahnte ich das zwar noch nicht, aber heute ist mir bewusst, warum ich seither um nichts auf der Welt woanders leben möchte. Es war der Beginn einer echten Lovestory. Klar kamen da später poco a poco noch andere Faktoren hinzu, aber auch nach den vergangenen 15 Jahren ist meine Liebe zu Samana ungebrochen. Ich bin der Halbinsel restlos verfallen!
Wenn man hier lebt und die Augen stets offen hat, eröffnen sich einem immer wieder neue Facetten. Samana ist für mich seither ein unbeschreibliches Füllhorn an Eindrücken, egal aus welcher Warte man diese Gegend erlebt. Die Menschen sind mir wichtig, der karibische Beat, der einem ständig begleitet und das stete Lächeln in den Gesichtern der Menschen.
Kennen sie Menschen die immer lächeln - in Mitteleuropa wäre das unvorstellbar! Dort würde ein solcher Mensch als nicht ganz normal bezeichnet werden, denn es gibt dort keinen Grund, dauernd zu lächeln - dort schaut man eher wie eine entsicherte Maschinenpistole. Das man von lächelnden Menschen, die man nicht kennt, wie selbstverständlich unterwegs auf der Straße mit einem Hola begrüßt wird, ist hier völlig normal - in der alten Welt würde man denken, was will der Mensch von mir?
Setzen sie sich z.B. in München oder in Zürich in einem Straßencafé zu fremden Menschen an den Tisch und beginnen sie mit denen aus heiterem Himmel ein Gespräch - man wird sie zumindest misstrauisch beäugen. Hier ist das normal. Und nicht nur, dass sie hier willkommen sein werden, man wird ihnen einen Schluck Rum oder Bier aus der Flasche anbieten, wenn eine auf dem Tisch steht. Man wird sie fragen, woher sie kommen und ob sie Tourist sind. Vor allem wird man von ihnen wissen wollen, wie es ihnen hier gefällt und was sie machen. Nun drehen sie diese Situation einfach mal um - ein schwarzer Mann quatscht sie in ihrer Stammkneipe womöglich in einer fremden Sprache an und tut so, als wäre das die normalste Situation der Welt......
Sie sitzen hier in einer Cafeteria an der Strasse und sehen eine schöne Frau auf ihrer Pasola (Motorroller) an sich vorbeifahren. Sie bekommen dabei von ihr ein breites Lächeln geschenkt - na wie wäre das? Und nun sitzen sie in einem Cafe an der Bahnhofstrasse in Zürich. Glauben sie, dass ihnen dort sowas auch passieren könnte?  Hier ist das normal!
Der Dominikanische Beat ist allgegenwärtig, denn egal wo man ist - überall scheppert oder dröhnt einem Bachata, Merenge oder Reggaeton aus allem Möglichen entgegen. Es gibt fast keine ruhige Ecke, denn wo Dominikaner leben, da ist Musik. Außerdem ist die Musik immer laut. Und es gibt auch keine Tages - oder Nachtzeit, wo die Gunst der Minute nicht genutzt wird um spontan ein Tänzchen zu wagen. Dies ist weder alters - noch geschlechtsbedingt. Man tanzt - also ist man; so einfach ist das. Des Weiteren gibt es eigentlich keinen musikalischen Generationen - Konflikt. Ob jung oder alt - erbarmungslos wird der angesagte Hit auf allen Anlagen, Autoradios, Sendern und aus allen Hütten, Terazas, Colmados, Comedores, Werkstätten, Discos zu jeder Tageszeit abgenudelt. Man kann sich dem nicht entziehen - es sei denn, man ist taub. Nicht, das Dominikaner auch andere Musik akzeptieren - für 10 Minuten ist das sicher kein Problem aber spätestens dann sind wieder Anthony Santos oder Aventura an der Reihe und die musikalische Welt ist wieder im Gleichgewicht. In Las Terrenas müssen selbst die Toten nicht auf die Musik verzichten, denn gegenüber vom ehrwürdigen, aber völlig verwahrlosten Friedhof befindet sich eine Diskothek.
Ein fester Bestandteil der Dominikanischen Lebensauffassung sind die Konsumation der drei großen B - gemeint sind die Produkte der Hersteller des dominikanischen Lebenselixiers, ohne das fast kein Mann hier existieren könnte oder wollte. Die drei großen Destillieren Brugal, Barcelo und Bermudez gehören zum dominikanischen Alltag wie das Amen in der Kirche. Der Rum ist so allgegenwärtig wie die Musik und wenn man sich fragt, warum man diese spezielle Droge in Europa praktisch nicht zu kaufen bekommt, ist die Antwort so einfach wie logisch. Der meiste Rum wird hier im Lande von den Einheimischen selber getrunken. Es dürfte alles Mögliche passieren - die nationale Katastrophe jedoch wäre, wenn es keinen Rum zu kaufen gäbe. Das würde wohl eine landesweite Krise auslösen. Wenn der Strom tagelang ausfällt oder wenn es an der Tankstelle keinen Sprit gibt - alles kein Problem aber kein Rum - das ist hier undenkbar!
Die Landschaft von Samana ist intakt. Eine Mischung von anscheinendem Brachland, die bereits genannten nicht enden wollenden Palmenwälder, die endlosen Strände, der Gebirgsrücken, der die Halbinsel der Länge nach durchzieht, die Täler und die zum Teil wilden Pisten, welche anscheinend im nirgendwo enden und die abgelegen Buchten machen Samana zu dem was es noch ist, einem Paradies für Menschen, die das ursprüngliche Leben lieben. Jemand, der aus der Großstadt kommt, würde hier wohl keine große Erfüllung finden, denn Samana wäre für ihn unbeschreiblich rückständig. Alles was ein normales, zivilisiertes Leben so angenehm macht ist hier Mangelware. Dafür muss man nicht hierher kommen. Wer aber wie ich die Wohlstandsgesellschaft mit ihren Errungenschaften satt hat, setzt auf andere Werte.
Hier lernt man das Leben neu und beschränkt sich freiwillig auf das Wesentliche. Wohlstandsballast ist hier überflüssig und schnell lernt man, darauf zu verzichten. Es gibt so viele Dinge, die hier überflüssig sind. Dies gilt für alle Bereiche des Lebens. Dafür erlernt man eine neue Einfachheit. Man hat hier zum Beispiel von der begehrtesten und rarsten Ware der Menschen in der Alten Welt im Überfluss - gemeint ist die Zeit. Ein Terminkalender ist hier etwas Exotisches, für mich heute völlig Überflüssiges. Wenn ich daran denke, wie ich früher der Sklave meines Timesystems war, dann lächle ich heute. Wenn ich daran denke, wie verbissen ich war, meist gestresst und wie wenig Zeit ich früher zum Leben hatte, komme ich mir heute wie ein normaler Mensch vor. Was nützt einem alles Geld der Welt, wenn man keine Zeit hat. Hier bestimmt der Sonnenstand mein Tun. Es ist bei weitem nicht so, das hier alle nur faul an der Playa liegen und den Herrgott einen guten Mann sein lassen. Auch hier arbeiten die Menschen hart, aber sie tun es mit einem Lächeln und sie haben immer Zeit füreinander. Das füreinander ist hier etwas vom Wichtigsten und Elementarsten. Wenn man sich die Dominikaner ansieht, merkt man was es bedeutet. Geld ist zwar nie viel vorhanden, aber man hat die Familie und die Freunde und darum klappt auch das einfache Leben der meisten Menschen hier besser als das von Terminen und Pflichten geprägte Leben in der ersten Welt. Trotz der Armut hat hier eigentlich keiner Hunger und wenn man bei Dominikanern zu Gast ist, steht einfach ein Stuhl mehr am Tisch. Das ist bei diesen Menschen so etwas Selbstverständliches - darüber redet man gar nicht.
Menschlichkeit hat hier einen anderen Stellenwert. Wenn man sich nicht absolut daneben benimmt, hat man hier selten irgendwelche Probleme. Das Wort Toleranz ist kein Modebegriff sondern wird täglich praktiziert. Zumindest in meinem Umfeld! Intolerant sind leider oftmals die Ausländer. Die sind es auch, die hier schlechte Sitten einführen und dafür verantwortlich sind, wenn sich die Gesellschaft langsam auch hier verändert. Neid und Missgunst sind bei den einfachen Menschen eher selten aber auch diese Dinge nehmen zu und das ist der Lauf der Dinge. Trotzdem ist das Leben miteinander noch intakt. Mit dazu bei trägt wohl die praktizierte Religiosität, denn die Menschen auf dem Lande haben noch ein inniges Verhältnis zu ihrer jeweiligen Kirche. Wenn man bedenkt, das es in Las Galeras ca. 15 Gotteshäuser gibt, welche allesamt gut besucht werden, spricht das für sich.
Diese Liebeserklärung mag für manchen zu schön klingen und es gibt natürlich auch hier wie überall einige Schattenseiten. Ich möchte jedoch an dieser Stelle nicht weiter darauf eingehen, denn der Grundtenor meines Lebens auf Samana ist positiv und mit den Problemen kommt man hier irgendwie immer klar. Man muss es einfach nur wollen. Der Beitrag bezieht sich auf mein Leben mit Dominikanern.  Ich lebe auf dem Land und nicht in der Stadt – mir ist bewusst, dass es auch hier sehr viel Kriminalität und weniger Schönes gibt. Aber nicht hier in Arroyo de Cabo bei Las Galeras. Hier ist die Kirche noch im Dorf.

Sonntag, 1. Dezember 2013

Das neue Dach ist fertig (Fotos)

Das neue Dach ist fertig / 4 Stunden harte Arbeit zum decken und zuvor total 2 Monate trockene Palmenblaetter suchen und sammeln...

neues Dach aussen

neues Dach innen

Samstag, 30. November 2013

Aktuelle Fotos ende November 2013

altes Dach ist runter

Kaffeeernte 2013

Kiosko de Norma 1

neues Dachgestell

Normas Kiosko 2

das neue Dach liegt noch am Boden = morgen wird gedeckt

zufriedene Gaeste

Ich war drei Wochen offline...

Ich war drei Wochen offline...

Nicht zum ersten Mal und sicher auch nicht zum letzten Mal. Wenn man ein Internetuser praktisch der ersten Stunde ist, dann erscheint einem das im ersten Moment wie eine mittlere Katastrophe. Es bringt einem komplett aus dem Rhythmus. Aber es zeigt einem auch, wie abhaengig man heute davon ist oder zumindest glaubt, es zu sein! Wenn man selber nichts dagegen tun kann und alle Anderen um einem herum online sind, dann nervt das noch mehr. Es ist aehnlich wie ein Nikotin - Entzug. Raucher kennen das, wenn sie nach Nikotin gieren und keines bekommen...

„La Casa de Norma“ist ein semitouristisches Projekt. Wenn man so wie wir auf das Internet angewiesen ist, so wie wir, dann bekommt das Ganze eine andere Dimension. Dann fragt man sich, wieso funktioniert heute alles nur noch via Internet?..oder irgendwas laeuft da doch komplett falsch!

Tatsache ist, das wirr an einem wunderbaren Ort leben. Aber eben nicht gerade da, wo das touristische Herz dieses Ortes schlaegt. Bei uns waere das sicher unten am Strand oder zumindest an der Kueste von Las Galeras. Wir liegen jedoch weit daneben (ca. 4 km), sind auch nicht am direkten Weg oder an der Hauptschlagader. Wir sind touristisch eben etwas abseits! Wer die Idylle liebt, dem gefaellt es bei uns sehr. Das finden alle unsere Besucher. Aber wenn es potenziellen Gaesten schlicht Umstaende macht zu uns zu finden, dann gewinnt meistens der Strand oder die Kuestenlinie. Dafuer haben wir eine herrliche und sehr laendliche Ruhe und das mit oder ohne Internet.

Semitouristisch bedeutet, das es bei uns noch andere Prioritaeten gibt. Es ist fuer mich etwa so, wenn man zu einer bestimmten und sehr abgelegene Alm oder Alp in den Bergen will – der Weg dorthin gehoert fuer mich oder den potenziellen Besucher dazu. Die Brotzeit ist fuer nebst der tollen Aussicht einer der Gruende oder der spezielle Bergkaese, den man nur dort zum mitnehmen bekommt. Fuer den Betreiber der Alp ist die Existenz jedoch womoeglich seit Generationen die Landwirtschaft mit ihrem Drum und Dran und die Besucher von heute sind sein willkommenes Zubrot.

Samana ist bekanntlich sehr schoen, aber noch kein ausgewiesenes, karibisches Wanderparadies fuer Touristen und Geniesser. Ob sich das irgendwann aendern wird, liegt an den modernen Tourismusmachern. Mountainbiker sieht man jedoch schon hier und da! Samana koennte durchaus auch ein karibisches Wanderparadies sein, wenn man das als Macher erkennt und fuer die noetige Infrastruktur sorgt. Zukunftsmusik!

Zurueck zu meinem Vergleich aus den Bergen. Aussichtsberge sind im Gegensatz zur abgelegenen Alp heute gut erschlossen und mit einem Bus oder mit den Seilbahnen zu erreichen und man kann dort oft gemuetlich und bequem hingondeln, wenn einem das Wetter passt.Wer kann oder will, ist immer herzlich willkommen! Das gilt auf dem Aussichtsberg, der abgelegenen Alp und auch bei uns hier im Outback am Ende von Samana.

Im Moment renovieren wir hier fuer die bald beginnende Hochsaison an allen Ecken und Enden fuer alle lieben Leute, die den Weg zu uns finden! Bei uns gibt es keinen Alpkaese aber Samana und das karibische Leben pur..

Aktuelle Fotos folgen !

Sonntag, 10. November 2013

Neues aus der Casa de Norma November 2013

Hallo liebe Casa de Norma Fans! Wir schreiben mittlerweile November 2013 und in einem Monat geht hier die sogenannte Hochsaison wieder los. Diese geht dann bis Ostern und danach ist wieder „zappenduster“! Saison bedeutet normalerweise Nebensaison, Zwischensaison & Hochsaison. Wir merken das eigentlich weniger ausser besagter Hochsaison. Das bedeutet, das wir seit Wochen „poco a poco“ die Casa de Norma bearbeiten verbessern, renovieren... alles was so ansteht und was wir eben selber machen koennen. Das meiste mache ich in Handarbeit und es gibt so immer was zu tun.


Unsere Parada – sprich Normas Verkaufsstand mit Bushaltestelle gefaellt mir selber immer besser. Das Dach ist drauf und es ist ein echtes Pencadach geworden, sprich getrocknete Palmenblaetter, aehnlich einem Reetdach. Ueberhaupt ist das ganze Gebaeude aus Penca plus Stuetzpfaehlen und somit eine original karibische Ranchetta, wie man sie heute leider fast nicht mehr sieht. Frueher haben die Menschen in solchen Haeusern (Huetten) gelebt. Das ist duch den Fortschritt etwas aus der Mode gekommen. Aber es passt zu unserem Konzept der Casa de Norma, denn hier sehen unsere Gaeste, wie es frueher einmal war und somit hat das ganze einen touristischen Sinn.


Normas spaeteres Angebot werden original Produkte der Region sein / Fruechte, Gemuese, Wurzelgemuese, hausgemachte Marmeladen, eigener Kaffee, Gewueze, Dips, taeglich frische Fruchtsaefte und Batidas, Kokosbrot, Maisbrot, Yuccabrot, Abichuela blandita, Fingerfood, Emplanadas, ect. Einheimische und Touristen koennen hier einen Zwischenstopp einlegen, wenn sie auf dem Weg zur Playa Rincon oder auf dem Rueckweg von dort sind. Parada heisst Haltestelle und eventuell fahren in Zukunft mal die Guaguas (oeffentliche Verkehrsmittel) von Las Galeras nach Rincon hier vorbei. Dann wird unsere Parada eine Bushaltestelle. Man sitzt bereits jetzt schon gerne auf der langen Bank der Haltestelle um ein Schwaetzchen zu halten. Ein sehr kommunikativer Treff.


Auch unsere grosse Ranchetta (Restaurant) wird immer urtuemlicher denn auch hier war ich viel am flechten und renovieren. Langsam sieht man, was es einmal sein soll. In den kommenden 2 Wochen wird der fordere Teil wieder neu gedeckt und diemal machen wir uns die Arbeit, auch hier ein original Pencadach zu installieren. Der Unterschied wird sein, das es danach echt wetterfest sein wird und vor allem wird es viel stabiler werden. So ein Dach haelt dann 3 – 5 Jahre, wenn die Termieten uns keinen Strich durch die Rechnung machen. Aber auch hier werden wir vorbeugen, denn diese Biester sind wirklich unersaettlich, wenn man keine biochemische Keule einsezt.


Daneben gibt es immer was am Garten zu tun und langsam waechst uns alles bald „ueber den Kopf“, sprich wir muessen viel zurueckschneiden und stuzen, denn Samana ist sehr fruchtbar und die Natur fordert ihren Tribut.


Soweit ein kurzer Zwischenbericht und wir freuen uns auf euren Besuch. Und wie immer, wenn moeglich vorher anrufen, damit wir fuer euren Besuch auch parat sind... 809 815 8761

Aktuell Fotos folgen in Kuerze!!

Freitag, 2. August 2013

So sieht sie fast vollendet aus - Normas eigene Parada

So sieht sie fast vollendet aus - Normas eigene Parada

Das wird ein neuer Treffpunkt in Arroyo de Cabo bei Las Galeras. Wer von Las Galeras auf dem kürzesten Weg  zur Playa Rincon ist, kann hier in Zukunft gemütlich anhalten und bekommt bald das ganze Take Away Angebot von Norma...

Auf dem Foto in der Mitte sehen sie Moisse, unseren Freund und Nachbar. Viele, die schon bei uns waren, kennen Moisse als den Mann, der sie mit seinem Moto abgeholt oder zurück ins Dorf oder Hotel gebracht hat. Moisse ist einer unserer zukünftigen Obst und Gemüse – Zulieferer. Denn was im Kiosk verkauft wird sind alles Produkte von umliegenden Bauern und Kleinbauern. So haben die Leute eine Möglichkeit ihre Produkte an den „Mann/Frau“ zu bringen. Unser eigener Garten ist zu klein für eine Produktion, aber alle Produkte bei uns sollen aus der Region kommen.

Dienstag, 30. Juli 2013

La Casa de Norma im Juli 2013

Der Juli ist bei uns hier eigentlich „Saure Gurken Zeit“.... Das Wetter ist wunderbar bis auf die sich ankündigenden Tropenstürme, die sich bis jetzt verdünnisiert haben. Die Kinder haben Schulferien und sind fast alle außer Haus. Norma´s Kinder sind mehrheitlich in Puerto Plata und genießen dort die Ferien. Dafür hat man uns derzeit drei andere Kinder platziert, die uns enorm auf Trab halten. Die netten Freunde und Verwandten denken eben an uns und so spielt Norma die „Tante Norma“ und ist wie immer voll im Schuss. Mich nennt Gott sei Dank keiner Tio Bernardo und ich mache das was ich immer mache – ich baue und renoviere.

Nachdem wir so langsam eine „richtige“ Straße vor dem Haus haben, bastle ich an der „Parada de Norma“. Eine Parada ist eine Bushaltestelle oder ein Treffpunkt und da die Landsleute gerne in Gesellschaft auf den Bus warten, bauen wir eben eine Bushaltestelle mit einem Kiosk. Bushaltestelle oder Parada deshalb, weil unsere Neue Straße in Zukunft die offizielle Straße von Las Galeras zur Playa Rincon sein wird und darum eben eine Parada. Der Tourismus rauscht auch jetzt schon täglich bei uns vorbei und eventuell halten die Leute ja mal an. Dort wird Norma in Zukunft ihre leckeren Kokoskuchen, Kokosbrot, Marmeladen, Brot, Kaffee und frische Säfte, Benzin in Presidenteflaschen und Presidente in Benzinflaschen, Früchte und Gemüse, Abichuela blandita, Fingerfood, allerhand Typisches für das tägliche Leben verkaufen und den obligatorischen Dominotisch betreiben. Das ganze wird also richtig tipico und sicher hängen auch bald ein paar typische bunte Bilder am neuen Zaun und handgemachte Souvenirs runden das Angebot von Normas Kiosk letztlich ab.

Unser Clubrestaurant - La Casa de Norma ist renoviert, verschönert und wartet mit dem üblichen etwas anspruchsvolleren Casa de Norma Angebot auf diejenigen, die nicht auf den Bus warten. Wie immmer nur auf Reservation und wenn alles gut geht, klappt es auch bald mit echten 110 Volt aus der Steckdose. Die Compania Luz y Fuerza arbeitet daran und dann können wir eventuell bald einen richtigen Kühlschrank betreiben und dann gibts bei uns wie überall kaltes Bier und Erfrischungen. Das war und ist bis jetzt nicht möglich. Wir arbeiten immer noch mit der Kühlbox und Eis aus Säcken.

Übrigens können in Zukunft auch Reitergruppen an der Parada standesgemäß einen Stopp machen und für die Vierbeiner gibt es dann einen Eimer Wasser und was zu naschen. Apropos Vierbeiner – unseren beiden Vierbeinern geht es gut und bald kann man ab der Casa de Norma private Reitausflüge machen. Die beiden Hauspferde gehören jetzt dem Haus oder Norma und unsere fast erwachsene Lola geht fleißig in die Reitschule und entwickelt sich zu einem noch etwas feurigen Ross für geübte Reiter/innen.